| Der Tod des Sokrates (1787)
Exil oder Tod: Vor diese Wahl stellte ein attisches Gericht den großen Philosophen Sokrates im Jahr 399 v.Chr. Sokrates wählte den tödlichen Schierlingsbecher – und wurde durch seinen erzwungenen Selbstmord unsterblich. Die Gefasstheit, mit der Sokrates in den Tod ging, bannte zwei Jahrtausende später der französische Maler Jacques-Louis David auf die Leinwand. Sokrates philosophiert, noch während ihm das Gift gereicht wird, und beweist damit seine Prinzipientreue und Gelassenheit selbst im Angesicht des Todes. Rundherum sind verzweifelte Schüler und Sklaven zu sehen, im Hintergrund verlässt Sokrates’ Frau Xanthippe das Gefängnis. Einzig Platon, am linken Bildrand zu sehen, bleibt ähnlich ruhig wie sein großer Lehrer. Für Davids Zeitgenossen war die Botschaft des Gemäldes eindeutig: Am Vorabend der Revolution rief David damit zum Widerstand gegen ungerechte Obrigkeiten auf. |
(JFlex Images v1.0 ©Ute Jacobi) |