| Titelthema: Tod am Tajo – Spanien zwischen Volksfront und Falange
Aus dem Inhalt: Bomben auf Guernica – Der Absturz: Abschied vom Kolonialreich – Der General: Die Herrschaft des Primo de Rivera – Land im Chaos: Spaniens Krisenrepublik 1931 bis 1936 – Bruderkrieg: Spanien 1936 bis 1939 – Der Caudillo: General Francos Herrschaft – Die Dichter – Der Erbe: König Juan Carlos und die Rückkehr zur Demokratie – Der Aufbruch: Spaniens Weg nach Europa – Einheit und Vielfalt: Spanien und seine Regionen – Die Blutspur: Die ETA – Chronique scandaleuse: Die Ermordung des Dichters Federico Garciá Lorca
|
Das aktuelle Thema: Neues aus Neandertal Porträt: Friedrich von der Trenck - Zwischen Kerker und Guillotine Geschichte im Alltag: Und ewig lockt der Mund… - Der Lippenstift Editorial
Im unseligen 20. Jahrhundert hätten die Spanier eigentlich auf einer "(Halb-) Insel der Seligen" leben können: Als eines von nur wenigen Gebieten Europas blieben die Länder zwischen Pyrenäen und der Meerenge von Gibraltar, zwischen Costa Brava und Algarve von beiden Weltkriegen verschont. Doch auch in der spanischen Geschichte nimmt das 20. Jahrhundert einen äußerst düsteren Platz ein, mit dem Bürgerkrieg als bitteren, verbitternden Tiefpunkt. Das alte Phänomen, dass Bürgerkriege tiefere und schlechter heilende Wunden schlagen als alle noch so brutal geführten Kriege zwischen Nationen, hat sich auch in Spanien erwiesen. Die Bedeutung des Bürgerkriegs blieb auch nicht nur auf die drei Jahre des offenen bewaffneten Konflikts beschränkt. Die Wurzeln des Krieges wurden "zielstrebig" in den Jahrzehnten zuvor gelegt, und seine Nachwehen blieben noch jahrzehntelang spürbar. Das Regime des "Caudillo" Francisco Franco war nicht nur durch den Sieg im Bürgerkrieg an die Macht gekommen; sein ganzes Selbstverständnis und das der von ihm geprägten spanischen Gesellschaft definierte sich aus der Erfahrung des Bürgerkriegs heraus. Nicht zu vergessen und nicht zu versöhnen – das blieb die Ideologie eines Spanien, in dem die Uhren 1939 stehen geblieben waren, während ringsherum die Welt weiter schritt… Umso eindrucksvoller ist der "Sprung nach vorn", den Spanien unter der besonnenen Regentschaft von König Juan Carlos seit 1975 vollzogen hat.
Einen alten Bekannten, der jüngst ganz frische Schlagzeilen gemacht hat, besuchen wir im aktuellen Teil dieser Ausgabe: den vermeintlich "arthritischen Kosaken" aus dem rheinländischen Neandert(h)al, dessen Überreste vor 150 Jahren ein neues und bahnbrechendes Licht auf die Menschheitsgeschichte warfen. Aktuelle Funde und moderne Forschungsmethoden erlauben inzwischen sehr viel präzisere Aussagen darüber, wo "Vetter Neandertaler" im menschlichen Familienstammbaum einzuordnen ist.
Ein echter "Kosak", der als Reiteroberst Karriere machte, aber im politischen Ränkespiel des 18. Jahrhunderts dann doch den Kürzeren zog, war der Freiherr von der Trenck, dessen abenteuerliches Leben zu Romanen und Filmen Anlass gab.
Medienliste
|