| Titelthema: Lust & Laster – Rausch- und Genussmittel in der Geschichte
Aus dem Inhalt: Rauchzeichen: Der Tabak – Grüße von Bacchus: Götterdroge Alkohol – Feuerwasser – Die Türkenbeute: Siegeszug des Kaffees – Fiskus und Volksgesundheit – Blume des Bösen: Schlafmohn, Opium und Heroin – Glücksgefühl, Höllenqual: Die Suchtmittel und ihre Wirkungen – Im Rausch der Sinne: Künstler und ihre Drogen – Bierkrieg: Die "Salvatorschlacht" – Die Kokakratie: Kolumbien, ein Land im Griff der Droge – Erlebte Geschichte: In der Heimat des "Pilseners" – Rätsel der Geschichte: Die Assassinen
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Das aktuelle Thema: 10 Jahre nach dem "Wüstensturm" Porträt: Erich Ollenhauer - Wie ihr Vorsitzender die SPD veränderte Geschichte im Alltag: Kaffee auf die Schnelle - Die Erfolgsgeschichte des NescaféEditorial bei unserem kleinen Spaziergang durch die Historie der Rausch- und Genussmittel, zu dem wir Sie in dieser Ausgabe einladen, werden wir es mit recht unterschiedlichem "Gefährdungspotenzial" zu tun haben: "Gesund" ist keiner der Stoffe, die sich die findige Menschheit erschlossen hat, um ihre vorgegebenen psychischen und physischen Grenzen auszudehnen. Die Wirkungen reichen von der Entspannung bis zur Enthemmung, von der Schmerzunterdrückung bis zur Besinnungslosigkeit, von der leichten Euphorie bis zur wilden Ekstase. Die entsprechenden Unterschiede sind meistens eine Frage der Dosierung, doch da diese von der Willenskraft des Nutzers abhängig ist, stützt sie sich auf eines der schwächsten Kontrollmittel überhaupt… Die diesbezügliche Skepsis der gesellschaftlichen Ordnungskräfte, die sich in Ablehnung bis Unterdrückung äußert, mag die liberal Gesinnten immer wieder empören; entkräften lässt sie sich kaum.
Mit einem ganz besonders gefährlichen "Rauschmittel", das im Laufe der Geschichte weitaus mehr Opfer gefordert hat als alle Drogen zusammengenommen, beschäftigen wir uns im aktuellen Teil dieser Ausgabe, nämlich mit der gefährlichen Mischung aus Persönlichkeitskult und Großmachtwahn. Aber auch für eine "Polit-Droge" wie Saddam Hussein gilt, dass sie sich durch Verbote und Unterdrückung von außen kaum "abschaffen" lässt – im Gegenteil, die Abhängigkeit der Süchtigen wird dadurch nur noch größer. Erst wenn die Opfer – in diesem Fall die irakische Bevölkerung – zu dem Schluss kommen, genug unter dem Wahn des Diktators gelitten zu haben, besteht die Möglichkeit zur "Entziehung", so schmerzlich die auch ihrerseits verlaufen mag.
Als Gegenspieler zu Konrad Adenauer hatte der SPD-Vorsitzende Erich Ollenhauer eine der undankbarsten Aufgaben der deutschen Nachkriegspolitik zu erfüllen. Doch er tat dies mit einer Würde und einer Prinzipientreue, die weithin Anerkennung fand.
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