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Dreißig Jahre Dschungelkrieg – Vietnam seit 1945

Titelthema:

Dreißig Jahre Dschungelkrieg – Vietnam seit 1945




Aus dem Inhalt:
Tod im Dschungel – Saigon fällt – Fremde Herren: Die Kolonialzeit Vietnams – In die Falle: Der Krieg gegen die Franzosen – Geteiltes Land – "Onkel" und "Mandarin": Zwei Systeme in Vietnam – Das Pulverfass: Wie die USA in den Krieg stolperten – Der Tod im Reisfeld – Im Dschungel verloren: Die GIs in Vietnam – Bilder und Proteste: Der "TV-Krieg" und die Heimatfront – Lügen und Illusionen: Die Regierung Nixon und der Vietnamkrieg – Bittere Lektionen: Vietnam nach dem Sieg – Reformschritte: Vietnam heute – Film-Geschichte: Vietnam und der Film – Chronique scandaleuse: Gestrandet in Deutschland – Vietnamesen: Letzte Opfer des kalten Krieges

Das aktuelle Thema: Weißkopfs Sprung – 100 Jahre Flugzeug
Porträt: Mata Hari - Wie eine Tänzerin zur "Meisterspionin" wurde
Geschichte im Alltag: Kalt und gut - Vom Schnee-Dessert der Herrscher zum Speiseeis für alle


Editorial

der Krieg ist gespenstisch für alle Beteiligten. Gespenstisch für die jungen GIs aus der amerikanischen Provinz, die sich im tropischen Dschungel an allen Seiten von einem unsichtbaren Feind attackiert sahen. Gespenstisch aber auch für die Vietnamesen, wenn sich in den nahezu "gewohnten" Bombenhagel hochgiftige Chemikalien mischten, die Wälder und Felder verdorren ließen oder brennende Wunden ins Fleisch ätzten. Und so ist es wohl nur logisch, dass die Gespenster dieses Krieges diejenigen, die ihn überlebten, immer weiter verfolgen. Doch während die Vietnamesen ihre Taten und ihr Leiden nicht nur mit dem schließlichen Sieg, sondern auch mit dem Bewusstsein rechtfertigen können, für ihre Heimat und ihre Unabhängigkeit gekämpft zu haben, bleibt den US-Amerikanern neben der Niederlage nur der ohnmächtige Zorn, "staatlichem Größenwahn, Kurzsichtigkeit und Doppelzüngigkeit" (TIME Magazin, 7. 5. 2001) geopfert worden zu sein. So lässt sich das Thema "Vietnam seit 1945", noch weniger als andere, nicht nur auf das eine Land bezogen behandeln. Es ist, nimmt man die alten Kolonialherren, die Franzosen, dazu, die Geschichte dreier Völker, die durch merkwürdige Zusammenhänge auf den unheilvollen Weg gebracht wurden, der zu den verheerenden 30 Jahren Krieg im Dschungel führte.

Ein Gespenst ganz anderer Art dürfte durch die Kasematten der Festung Vincennes spuken: der Geist der Mata Hari, auf der Suche nach dem Augenblick in ihrem Leben, als das prickelnde Spiel mit der Gefahr – und den Geldprämien der Geheimdienste auf beiden Seiten – so fürchterlich schief ging. Einem alten Bonmot zufolge ist der Krieg eine viel zu ernste Sache, als dass man ihn den Militärs überlassen könnte. Bei einer "exotischen Tänzerin" war er aber auch nicht besser aufgehoben, wie es die vor 125 Jahren geborene Holländerin zu ihrem Leidwesen erfahren musste.

Und noch einem "Gespenst" begegnen wir im aktuellen Thema dieser Ausgabe: dem Geist des gebürtigen Franken Gustav Weißkopf alias Whitehead, der den Gebrüdern Wright den Ruhm streitig macht, als Erste mit einem "Schwerer-als-Luft-Gerät" (um es ganz genau zu formulieren) vom Boden abgehoben zu haben. Wir finden, dass die Beweise der "Weißkopf-Fraktion" unter den Aeronautik-Forschern recht überzeugend klingen – jedenfalls überzeugend genug, um schon in diesem Jahr den 100. Geburtstag des Flugzeugs zu begehen!

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