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Pferde, Gold und Amazonen – Die Skythen

Titelthema:

Pferde, Gold und Amazonen – Die Skythen



Aus dem Inhalt: Im Land der Amazonen: Darius' Feldzug gegen die Skythen – Orient im Umbruch: Der Ansturm der Skythen – Herodots Geschichten – Wein für Brot: Griechische Kolonien am Schwarzen Meer – Das Skythenreich – Götter und Schamanen – Gräber der Steppe: Das Geheimnis der Kurgane – Goldene Gräber – Neue Gegner: Thraker, Kelten, Mithridates – Das Reich am Bosporus – Die Erben der Skythen: Sarmaten, Hunnen, Goten und Awaren – Erlebte Geschichte: Skythengold in der Lausitz – Chronique scandaleuse: Die Tiara des Skythenkönigs: Die Meisterfälscher von Odessa

Das aktuelle Thema: Die Rückkehr der Kosaken
Porträt: Anna von Österreich - Eine Habsburgerin in Paris: Anna und die Musketiere
Geschichte im Alltag: Männer-Sache - Vom Unterbein-Kleid zum Y-Slip


Editorial

die Betrachtung der "geo-psychologischen Seite" der Geschichte ist ein reizvolles Unterthema der historischen Forschung. Die Frage: Wieweit und wie entscheidend hat die geographische Umwelt Einfluss auf das Denken, Fühlen und Handeln der Menschen?, sollte beim Suchen nach dem "Warum" geschichtlicher Entwicklungen jedenfalls nicht beiseite geschoben werden. Das extreme Gegenstück zum zerklüfteten, individualistischen Griechenland, das waren die unendlichen Steppen, die sich nördlich des Schwarzen Meeres ausbreiten. Entsprechend groß waren die Faszination, aber auch die Ängste, die dieses "Skythenland" auf die Hochkulturen am Mittelmeer ausübte. Das offene Land der Steppen, das weder Grenzen zu kennen schien noch natürlichen Schutz bot, hat dann seinerseits die Menschen geprägt, die dort leben und überleben mussten. Selbstgenügsamkeit und Selbstbestimmung in kleinen Clan-Verbänden trugen stets die "Verfassungen" der Reitervölker; neben diesem "demokratischen" – oder eher: "föderativen" – Element war aber auch eine straffe Führung mit klaren Kommandostrukturen notwendig, wenn sich ganze Nationen auf die Wanderschaft begaben. Allerdings, despotisch konnte die Herrschaft in der Steppe auch nie werden, denn keiner konnte Unzufriedene daran hindern, sich in die Weiten des Landes abzusetzen…

Diese Erfahrung mussten auch die politischen Herren Russlands machen, als sie ihre Macht bis ins Steppengebiet vorgeschoben hatten. Als Grenzwächter und harte Soldaten – gegen innere wie äußere Feinde – kamen Fürsten und Zaren die Reiterkrieger des Südens durchaus recht, doch brachten diese Kosaken in die Armee wie in die gesamte Nation stets eine bedenkliche Note von Selbstständigkeit bis Anarchie mit – kein Wunder, dass der brutalste aller "Zaren", Stalin, sich ihre endgültige Zerschlagung vorgenommen hatte. Doch "die Kosaken", das waren für Russland nicht nur die realen und damit ausrottbaren Menschen, sondern auch ein Mythos und damit unzerstörbar.

Zum Mythos wurden auch die Musketiere, die Alexandre Dumas d. Ä. in seinen Romanen um D'Artagnan und seine Freunde beschrieb. Eine der realen historischen Persönlichkeiten, die nicht nur in Büchern eine wichtige Rolle spielte, war dabei die Königin Anna von Österreich.

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