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Löwe und Raute – Die Wittelsbacher in Alt-Bayern

Titelthema:

Löwe und Raute – Die Wittelsbacher in Alt-Bayern



Aus dem Inhalt: Herzogsmord in Kelheim: Das Attentat auf Ludwig I. von Bayern – Schwert des Kaisers: Der Aufstieg der Wittelsbacher – Der Mörder: Das Drama von Donauwörth – Ludwig der Bayer – Chronique scandaleuse – Karl der Trickreiche: Wie der Luxemburger die Wittelsbacher ausmanövrierte – Pestzeiten: Die Seuche in Bayern – Isabeau: Regentin zwischen Hofintrigen und dem Großen Krieg – Ertrunken im Donauwasser: Die Affäre Agnes Bernauer – Kunst und Kirche – Erlebte Geschichte: Burghausen


Das aktuelle Thema: Die Pass-Frage, oder: Wie der Staat Bürger schafft
Porträt: Kaiser Domitian - Ein zweiter Nero? Aufstieg und Fall des dritten Flavier-Kaisers
Geschichte im Alltag: Tempo-Mobil - Das Dreirad-Auto


Editorial

"Ein Gespenst geht um in der Welt, und dieses Gespenst heißt Migration" – diese Abwandlung des Eingangssatzes von Marx' und Engels' "Kommunistischem Manifest" von 1848 ist eine zeitgemäße Variante geworden. Das Gespenstische und für mancherlei Ängste Sorgende an der modernen Migration sind aber zunächst die ungewöhnlichen Entfernungen, die dabei zurückgelegt werden. Denn Wanderungen, auch von großen Menschenmengen, sind in der Geschichte ja nichts Neues – und schon gar nicht in der deutschen bzw. mitteleuropäischen Geschichte. Die Grundlage von Migrationsbewegungen sind und bleiben aber die demografischen (Miss-)Verhältnisse: Auswanderungsländer haben einen Überschuss an Menschen, Einwanderungsländer einen Bedarf, und es ist höchste Zeit, dass die Politik aktiv die Instrumentarien entwickelt, die zur Bewältigung dieser Realität erforderlich sind.

"Demografische Probleme" ganz eigener Art hatte hingegen die Fürstenfamilie der Wittelsbacher. D. h. eigentlich hatte sie keine Probleme, da eine beneidenswerte Fruchtbarkeit ihr Bestehen über ein Jahrtausend und bis heute sichergestellt hat, während konkurrierende Dynastien längst erloschen sind. Doch mitunter kann es auch in der Fürstenwiege zu viel des bzw. der Guten geben. Besonders fatal wirkte sich die hochwohlgeborene Lendenkraft im Falle Kaiser Ludwigs IV. des Bayern aus: Bis nach seinem Tod alle seine zahlreichen Sprösslinge versorgt waren, war die Machtstellung der Familie im Reich dahin. Dem Bayernland brachten die vielen Landesteilungen manchen Kummer – und etliche malerische Residenzstädte -, bis endlich ein Herzog auf den Gedanken kam, die innerfamiliären "demografischen Schwankungen" per Gesetz so zu regeln, dass das moderne Bayern entstehen und Bestand haben konnte.

Das Gegenteil der Wittelsbacher Fruchtbarkeit zeigten die meisten römischen Imperatoren-Sippen. Einen der wenigen Ansätze zu einer Familien-Dynastie brachte Titus Flavius Vespasian zustande, doch offenbarten dann die Herrschaften seiner beiden Söhne Titus und Domitian die ganze Spannweite der "natürlichen Erbfolge" auf. Nach Domitian, den wir uns in diesem Monat aus Anlass seines 1950. Geburtstags näher ansehen möchten, begann mit gutem Grund die Reihe der "Adoptiv-Kaiser".

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