| Titelthema: Bürgerrecht und Guillotine – Die Französische Revolution
Aus dem Inhalt: Im Schatten der Guillotine: Die letzten Tage des Camille Desmoulins – Vor der Sintflut: Der Niedergang des Ancien Régime – 1789: Ein Jahr, drei Revolutionen – Bürger Capet: Der Abstieg Ludwigs XVI. – Die Revolution der Frauen: Freiheit, Gleichheit, Schwesterlichkeit? – Die Bürger am Ruder – Der Seifenkrieg: Die Assignaten – Mode-Revolution – Schreckenszeit: Terror als Staatsziel – Die Erben der Revolution: Thermidorianer und ein Korporal: Der Aufstieg Napoleons – Chronique scandaleuse: Bürgerkrieg und Massenmord: Die Karriere des Joseph Fouché
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Das aktuelle Thema: Faszination und Gewalt – Die "Reichsparteitage" Porträt: Anders Celsius - Wie ein Astronom unser Thermometer entwickelte Geschichte im Alltag: An der Strippe - Das Telefon Editorial
"Wer keine Reformen will, wird eine Revolution bekommen" – diese Einsicht kam für Ludwig XVI. von Frankreich zu spät. Tatsächlich war der blutige Sturz der Bourbonendynastie und ihres "Ancien régime" eines der überflüssigeren Ereignisse der Geschichte. Als größtes, reichstes und potenziell mächtigstes Land Europas hätte Frankreich die besten Voraussetzungen zu einer evolutionären Weiterentwicklung gehabt… Der Schritt zum Umsturz wurde auch nicht durch brutale Tyrannei ausgelöst, sondern durch eine fatale Mischung aus Misswirtschaft, Standesdünkel und Führungsschwäche. Und auch die Revolutionäre stolperten mehr ins "neue Frankreich", als dass sie klaren Zielvorgaben gefolgt wären. Das Faszinierende an der historischen Betrachtung der Revolution sind daher auch ihre zahlreichen Kurswechsel. Trotz – oder vielleicht wegen – dieser Planlosigkeit haben die Männer und Frauen von 1789 wesentliche und positive Grundlagen für die nachfolgende politische Geschichte gelegt wie die Prinzipien der Bürger- und Menschenrechte. Wenn die Bilanz der Revolution dennoch nur durchwachsen ausfällt, dann ist das jenen Umstürzlern zu verdanken, die tatsächlich planvoll handelten. Fatal wurde vor allem die Überlegung, dass ein "neuer Staat" auch "neuer Menschen" bedürfe – mit dem Umkehrschluss, dass all jene, die nicht in diese Definition passten, aus dem neuen Staat zu entfernen – sprich: zu liquidieren – waren.
Eine menschenverachtende Utopie lag auch der "völkischen Revolution" zugrunde, mit der die Nazis Deutschland nach ihrem rassistischen, totalitären Bild umkrempeln wollten. Diese Utopie wurde vor allem bei den "Reichsparteitagen" der NSDAP sichtbar, als jedes Individuum zum uniformierten – und selbstverständlich "reinrassigen" – Rädchen in der ihrem "Führer" huldigenden Masse reduziert wurde. Diese Inszenierung der braunen "Volksgemeinschaft" bedurfte dann ihres eigenen bombastischen Rahmens, der von Albert Speer mit dem Nürnberger Reichsparteitagsgelände konzipiert wurde.
Ganz bescheidene und eher unauffällig verlief dagegen das Leben des großen schwedischen Gelehrten, dem wir unsere Temperaturskala zu verdanken haben.
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