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Brot, Bad & Spiele – Freizeit im alten Rom

Titelthema:

Brot, Bad & Spiele – Freizeit im alten Rom



Aus dem Inhalt: Tod auf der Rennbahn – Protz und Proletarier – Brot fürs Volk – Trutzburg aller Schändlichkeiten – Das tödliche Spiel – Gott und Gladiator – Sport und Mord – Wasser für Rom – Die Thermen – Das Spiel ist aus… – Erlebte Geschichte: Römerleben am Niederrhein – Chronique scandaleuse: Der schöne Mnester


Das aktuelle Thema: Geldwechsel – Der Euro kommt
Porträt: Charlotte von Stein - Goethes kritische Muse – Blüte und Scheitern einer "Seelenfreundschaft"
Geschichte im Alltag: Als die Treppen laufen lernten - Die Rolltreppe


Editorial

welche(r) Geschichtsinteressierte(r) hätte sich nicht schon einmal die berühmte Zeitmaschine gewünscht, um mit eigenen Augen und Ohren das zu erleben, worüber man so viel in Geschichtsbüchern – und Zeitschriften – gelesen hat? Ganz gut fände sich der moderne Stadtmensch wohl im antiken Rom zurecht, dessen Infrastrukturen eine durchschnittliche Lebensqualität sicherstellten, wie sie selten zuvor und dann für lange Zeiten nicht wieder erreicht wurde. Darüber hinaus hatte sich Rom mit einem Problem auseinanderzusetzen, das in vergleichbarer Weise tatsächlich erst wieder im letzten Jahrhundert und auch da nur in den Industriestaaten auftrat: die "Freizeitgesellschaft". Zwar gab es in nahezu allen Epochen und Zivilisationen Oberschichten; aber dass sich tatsächlich der Großteil der Menschen einer Stadt mit der schwerwiegenden Frage herumzuschlagen hatte: "Wie bringe ich den Tag herum? Gehe ich in den Zirkus? Ins Bad? Ins Theater?", das finden wir historisch so nur in der Hauptstadt des Römischen Imperiums! Die Parallelen haben zwar ihre, die Konsequenzen für die "Macher" im Staate sind aber sehr wohl vergleichbar: Da ist zum einen der Druck, immer etwas Neues, Spannenderes anzubieten, den Kick zu steigern. Emotionsgeladene Massenveranstaltungen können hilfreiche Ventile zum Abbau auch politischer Spannungen sein; sie bringen aber erhebliche logistische und sicherheitstechnische Probleme mit sich. Und diese "Freizeitindustrie" trägt zwar nicht unerheblich zum Bruttosozialprodukt bei; andererseits muss dieser Beitrag erst einmal in den produktiven Bereichen der Ökonomie erwirtschaftet werden…

Ob uns eine Zeitmaschine auch bei den Problemen helfen würde, die sich in den kommenden Wochen – und wohl noch auf längere Sicht – mit der Einführung des Euro ergeben werden? Historische Parallelen und die damit verbundenen Erfahrungen lassen sich durchaus finden; die Notwendigkeit – oder auch Wünschbarkeit – einer Währungsbereinigung innerhalb eines Wirtschaftsraumes ist weder neu noch ungewöhnlich. Ungewöhnlich und ohne Vorbild bleibt aber der Umfang des jetzigen Währungsschnittes.

Das Genie und die Frau, die es bzw. ihn inspiriert – selten gab es für dieses Spannungsverhältnis wohl ein so eindrückliches Beispiel, wie es Charlotte von Stein und der jüngere Johann Wolfgang Goethe der Weimarer Gesellschaft und der Literaturwelt geboten haben.

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