| Titelthema: Bismarcks Reich – Der Weg zum zweiten Kaiserreich
Aus dem Inhalt: Schock bei Sadowa: Das Ende des Deutschen Bundes – Nach dem Sturm: Das Scheitern einer Revolution – Bismarck: Vom flotten Junker zum Eisernen Kanzler – Der Zollverein – Blut und Eisen: Durch Krieg zur Vormacht – Das neue Haus: Die Zeit des Norddeutschen Bundes – Sieg und Krone: Der Deutsch-Französische Krieg – Das Kanzler-Reich – Erlebte Geschichte: Bismarcks Bild in der Geschichte – Chronique scandaleuse: Bismarck und Katharina Orlowa
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Das aktuelle Thema: 50 Jahre Baden-Württemberg Porträt: Isaac Newton - Der Forscher mit dem Apfel: Wegbereiter der modernen Naturwissenschaft Geschichte im Alltag: Mit scharfer Klinge - Der Nass-Rasierer Editorial
zu den interessantesten Entwicklungen auf dem historischen Buchmarkt gehörte in den letzten Jahren zweifellos die "Wiedergeburt" der Bismarck-Biografie. Die langjährige Zurückhaltung der Geschichtsschreiber hatte ihren Grund, war Bismarck doch ein Haupt-Kronzeuge für jene These, die von der "progressiven" Geschichtsschreibung seit den 1960er-Jahren als ärgste Ketzerei angesehen wurde, nämlich, dass Persönlichkeiten "Geschichte machen". So etwas "durften" nur die jeweiligen "sozio-ökonomischen Verhältnisse"; eventuell auffallende handelnde Personen waren bestenfalls als Werkzeuge anzusehen… Ein Bismarck musste die Anhänger eines solchen historischen Weltbildes zutiefst verstören. Da war ein politischer Geist, der einem Problem gegenüberstand, das auf Grund der gegebenen Verhältnisse unlösbar erscheinen musste, nämlich der Zusammenschluss Deutschlands zu einem Nationalstaat. Und dann kommt dieser Bismarck und erzwingt mit allen, wirklich allen Mitteln, eine Lösung – seine Lösung -, die den Zeitgenossen dann als die einzig mögliche erscheint – und als solche akzeptiert wird… Der "Eiserne Kanzler" wurde so der Architekt des deutschen Hauses, für das er das Terrain bereitet hatte, und er richtete es so ein, wie es ihm passte. Ein völlig anderes Reich hätte selbstverständlich auch ein Bismarck nicht schaffen können, doch das, was da 1870/71 entstand, trug so eindeutig seine Handschrift, dass er dafür auch die historische Verantwortung – im Guten wie im Schlechten – zu übernehmen hat.
Auf ein ebenfalls nicht einfaches Einigungswerk blicken wir im aktuellen Teil zurück: den harten Kampf vor 50 Jahren, um Badener und Württemberger unter den Hut eines "Südweststaates" zu bringen. Der ist längst unverzichtbarer Bestandteil der Bundesrepublik und zum viel beneideten "Musterländle" geworden, doch das hindert "badische Nationalisten" keineswegs daran, noch immer der verlorenen Selbstständigkeit nachzutrauern.
Der Neid spielte, bei allem Ruhm, auch keine geringe Rolle im Forscherleben des Isaac Newton, der vor 275 Jahren mit großem Pomp zu Grabe getragen wurde, wie es dem vielseitigen Pionier der modernen Naturwissenschaft auch zukam. In Sachen Neid war Sir Isaac allerdings ebenso auf der gebenden wie auf der nehmenden Seite zu finden…
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