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Leonardos Welt – Ein Genie der Renaissance

Titelthema:

Leonardos Welt – Ein Genie der Renaissance




Aus dem Inhalt: Rivalen in Rom: Leonardo trifft Michelangelo – Renaissance: Aufbruch in die Neuzeit – Schlachtfeld Europas: Der Machtkampf um Italien – Lehrjahre: Leonardos Jugend – Die Prächtige: Florenz unter Lorenzo de Medici – Quattrocento: Die Zeit der großen Meister – Il Cavallo: Ein Reiterstandbild für die Sforza – Der Maler: Das Rätsel um die Mona Lisa – Der Hubschrauber: und andere Erfindungen – Erlebte Geschichte: Schloss der Ideen: Das Leonardo-Museum in Vinci – Chronique scandaleuse: Der Leichenmaler: Leonardos anatomische Studien


Das aktuelle Thema: Krieg im Süd-Atlantik: 20 Jahre nach dem Falkland-Konflikt
Porträt: Atahualpa - Der Tod des letzten Inka
Geschichte im Alltag: Weiß und zart - Die Nivea-Creme


Editorial

von Thomas Alva Edison, als Tüftler und Erfinder zweifellos einer der großen Nachfolger Leonardo da Vincis, stammt die klassische Definition dessen, was "Genie" ausmacht: "Genie ist ein Prozent Inspiration und 99 Prozent Transpiration!" Harte Arbeiter auf der Grundlage einer soliden kunsthandwerklichen Ausbildung waren alle die großen Meister, die die Zeit zwischen 1450 und 150 zu einer der aufregendsten und inspirierensten nicht nur der Kunstgeschichte machten. Wenn unter diesen Kultur-Riesen der Renaissance Leonardo da Vinci noch herausragt, dann liegt es sicher an jener innovativen Neugier die sein ganzes Schaffen durchzieht und die noch viel späteren Jahrhunderten verblüffende Aha-Erlebnisse verschafft hat. Leonardo bestätigt noch eine andere bekannte Aussage zum Dasein eines ungewöhnlichen Talents, nämlich Napoleons Diktum: "Ein Genie hat kein Geschlecht!" Nun, der Korse hatte durchaus sein nicht eben langweiliges Geschlechtsleben, und auch andere geniale Persönlichkeiten lieferten ihren Biografien so manches menschliche und menschelnde Detail. Bei Leonardo hingegen: Fehlanzeige! Nach ein paar ziemlich undurchsichtigen "Jugendsünden" schweigen alle Quellen, Selbst- und Zeitzeugnisse: Entweder hat der Mann aus Vinci tatsächlich ein Leben von geradezu mönchischer Askese geführt – oder er war auch ein Genie in der Geheimhaltung seines Privatlebens!

Viel schwieriger ist "Genialität" auf politischem Gebiet zu definieren. Das hat Machiavelli erkannt, der den Unterschied zwischen dem erfolgreichen – und folglich gefeierten – Politiker und einem gescheiterten in dem Talent sah, fortuna, also glückliche Verhältnisse und Entwicklungen zu erkennen und zu nutzen. Ein gutes Beispiel konnte man vor gut 20 Jahren erleben, beim Falkland-Krieg. Die argentinischen Junta-Generäle glaubten damals, den idealen Zeitpunkt für ein politisch-militärisches Glücksspiel zu erkennen. Zu ihrem Pech war die britische Premierministerin Margaret Thatcher bereit, in dieses Spiel einzusteigen und mit dem militärischen Eingreifen viel zu riskieren. Fortuna war auf ihrer Seite, und es folgten die großen Jahre der "Eisernen Lady", während die Gewaltherrschaft der Junta kläglich zusammenbrach.

Einen unglücklichen Zeitpunkt hatte auch der Inka-Spross Atahualpa gewählt, um sich im indianischen Großreich an die Macht zu putschen: Gerade in diesem Augenblick tauchte Francisco Pizarro mit seinen spanischen Abenteurern in Südamerika auf…

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