| Titelthema: Das große Morden – Der Dreißigjährige Krieg
Aus dem Inhalt: Rebellion in Prag: Fenstersturz vom Hradschin – Glaube und Macht: "Union" und "Liga" – Das Winterkönigreich – Der Kriegsherr: Aufstieg und Fall des Albrecht von Wallenstein – Die Eisernen Würfel: Neue Taktik, neue Waffen – Totentanz: Hunger, Pest und Tod – Der Augenzeuge: "Simplicissimus" und sein Autor – Friedensboten: Die Verträge von Münster und Osnabrück – Chronique scandaleuse: Die Waffenhändler des Dreißigjährigen Kriegs
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"Manche Leute", so sagte einmal der englische Meistertrainer Bill Shankly, "betrachten Fußball als eine Sache auf Leben und Tod. Eine solche Einstellung missfällt mir zutiefst: Ich kann Ihnen versichern, Fußball ist viel, viel ernster!" Wenn in diesen Tagen der Anpfiff zur Weltmeisterschaft in Japan und Korea erfolgt, wird sich Mr. Shanklys Aussage insofern bestätigen, dass Schlagzeilen, bei denen es wirklich um Leben und Tod geht – und von denen gibt es zur Zeit wahrlich genug – von der angeblich "wichtigsten Nebensache der Welt" ins zweite Glied gerückt werden.
Doch selbst das härteste Fußballmatch kennt einen großen Vorteil: Man weiß man genau, wann es vorbei ist. Wie schwer ein "Abpfiff" hingegen auf einem Kriegsschauplatz zu erreichen ist, davon wussten unsere Vorfahren im 17. Jahrhundert ein bitteres Lied zu singen: Man war immer tiefer in den "Großen Krieg" hineingestolpert, und obwohl abzusehen war, dass keine der – innerdeutschen – Kriegsparteien den entscheidenden Sieg davontragen könnte, war niemand bereit, sich mit einem Unentschieden zufrieden zu geben. D. h. anno 1635 hätte man sich im Reich damit abgefunden, aber das passte den ausländischen Mitspielern nicht ins Machtkonzept, und so ging das große Morden in seine immer endloser erscheinende Verlängerung, bis das Reich – voll verelendeter und traumatisierter Menschen – weitgehend verwüstet und zu Jahrhunderte langem Abstieg in die "Zweite Liga" der großen Politik verdammt war.
Was hat den Sohn eines Brabanter Rechtsanwalts, der vor 425 Jahren im westfälischen Siegen geboren wurde, wohl stolzer gemacht: Dass er von den Grossen seiner Zeit als Hofmaler beschäftigt wurde – oder dass er für sie als Diplomat tätig werden durfte? Beide Beschäftigungen brachten ihm jedenfalls Ruhm und Reichtum ein – und den Stoff für ein pralles Lebensbild...
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