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Herrliche Zeiten – Kaiser Wilhelm II. und das Reich

Titelthema:

Herrliche Zeiten – Kaiser Wilhelm II. und das Reich



Aus dem Inhalt: Drei-Kaiser-Jahr 1888 – Die Verziehung eines Kaisers – Herrliche Tage? – Kaiser Janus – Die Ausgegrenzten – Der Schatten Bismarck – Gesellschaft in Uniform – Der Platz an der Sonne – Wetterleuchten – In den Untergang – Der Kaiser im Exil


Das aktuelle Thema: Der Sturz des Schahs - 25 Jahre nach der Islamischen Revolution im Iran
Porträt: Martin Luther King jr. - Er hatte einen Traum…
Geschichte im Alltag: König des Fast Food - Der Hamburger


Editorial

Herrlichen Zeiten wollte er seine Untertanen entgegenführen, und tatsächlich erfasste so etwas wie ein neuer, jugendlicher Schwung das Deutsche Reich, als 1888 der 29-jährige Wilhelm II. den Kaiserthron bestieg. Sehr bald zeigte sich freilich, dass sich im neuen Kaiser ein übersteigertes Selbstbewusstsein mit einem Gefühl des Zukurzgekommenseins verband, und diese fatale Kombination durchdrang dann immer mehr die geistige Verfassung des gesamten Reiches. Die schrille Forderung nach einem "Platz an der Sonne" ging mit der lauthals verkündeten Ansicht einher, dass "am deutschen Wesen die Welt genesen" müsse, und ohnehin lag die Zukunft des deutschen Binnenreichs auf den Weltmeeren, auf denen des Kaisers Lieblingsspielzeug, die Kriegsflotte, "mit Volldampf voraus" fuhr! Das bittere Ende von Kaiserreich und Kaiserkrone ist bekannt…

Über 30 Jahre hinweg war Mohammed Reza Pahlewi, selbsternannter Schah-in-Schah von Persien, der "Vorzeigeherrscher" des Nahen Ostens, der sein Land modernisierte und industrialisierte und zudem ein verlässlicher Partner des "Westens" blieb. Dass sich hinter der glanzvollen Fassade des Pfauenthrons gefährliche Risse in der iranischen Gesellschaft auftaten, wurde so lange ignoriert, bis vor 25 Jahen die "Islamische Revolution" den Schah ins Exil trieb und den gesamten Mittleren Osten erschütterte.

Er hatte diesen Traum, seit er, vor 75 Jahren in Alabama geboren, mit der Rassentrennung aufgewachsen war: dass alle US-Bürger, gleich welcher Hautfarbe, alle Rechte gleich und ungestört in Anspruch nehmen können. Der schwarze Pastor Martin Luther King jr. wurde so zur eindrucksvollen Stimme der Bürgerrechtsbewegung, bis er 1967 gewaltsam zum Schweigen gebracht wurde.

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