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Volk der Rätsel – Die Welt der Etrusker

Titelthema:

Volk der Rätsel – Die Welt der Etrusker



Aus dem Inhalt: Ein Fest bei Larth – Reiches Land – Herren und Sklaven – Volk aus dem Dunkel – Das Sprachrätsel – Lebern, Blitze, Rituale – Welt der Toten – Reiz des Fremden – Machtkampf – Tanaquil weiß, was sie will! – Ringen um Rom – Der Niedergang – Das lange Sterben – Am längsten lebt der Glaube…


Das aktuelle Thema: 100 Jahre Herero-Aufstand - Völkermord am Waterberg
Porträt: Ludwig XVI. von Frankreich - Der königliche Sündenbock
Geschichte im Alltag: Fahrenheit, Celsius & Co. - Die Temperaturmessung


Editorial

Bis ins 1. Jahrtausend v. Chr. hinein war Italien Teil des im Vergleich zum östlichen Mittelmeerraum rückständigen Westeuropas. Doch dann ließ sich im Gebiet zwischen Nordapennin und Tyrrhenischem Meer ein Einwanderervolk nieder, das aus dem Osten eine nicht nur hochstehende, sondern geradezu raffinierte Kultur mitbrachte, und das bezog sich ebenso auf ihre Kunst, auf ihre Religion und auf den luxuriösen Lebensstil der reichen Oberschicht. Diese "Etrusker" liebten dabei ihr Leben so sehr, dass sie es auch ins Jenseits mitnehmen wollten… Ansonsten waren sie zunächst Kaufleute und Unternehmer, die sich zwar zu wehren wussten, aber von militärischer Großmachtpolitik wenig hielten. So wurden sie schließlich von einer ihrer eigenen "Kolonien" unterworfen, und dieses Rom tat dann alles, um die alten Vorherren dem rätselhaften Vergessen anheim fallen zu lassen.

Allzu gerne sah sich die deutsche Kolonialherrschaft als zwar strenger, aber doch väterlicher Hüter von des Kaisers schwarzen Untertanen. Wie fragwürdig dieses Bild war, bemerkte die Öffentlichkeit im Reich spätestens im Jahr 1904, als ein Aufstand des Herero-Volkes in Deutsch-Südwest mit solcher Brutalität niedergeschlagen wurde, dass man von einem gezielten Völkermord sprechen musste. Nachdem Proteste die letzten Hereros gerettet hatten, strickte man eifrig weiter an der Kolonial-Legende.

Dass sich die Sünden der Vorväter höchst ungerecht rächen können, dafür ist der vor 250 Jahren geborene und seit 1774 regierende Bourbone ein herausragendes Beispiel: Gutmütig, persönlich integer und alles andere als ein Tyrann, wurde er 1793 zum Tod verurteilt, als Repräsentant eines Absolutismus', der unter ihm die fatale Entwicklung genommen hatte: hin zur Schwäche und Reformunfähigkeit.

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