| Titelthema:Sparta - Leben für den Krieg – Sterben für die Freiheit
Aus dem Inhalt: Tatort Thermopylen – Sparta und Griechenland – Die Rückkehr der Herakliden – Dichter und Töpfer – An die Waffen – Eine Mauer wie aus Erz – Der Staat des Lykurg – Ein hartes Leben – Griechen gegen Perser – Athen – Das antike Spartabild – Showdown mit Athen – Die Schlacht von Leuktra – Der Niedergang – Unheilvolles Erbe
| Blickpunkt: Es geschah in New York, der „Schwarze Freitag“ und die Weltwirtschaftskrise -eine Mahnung Porträt: Otto IV: Kaiser ohne Fortüne Serie: Schiffe und Schicksale - Teil3: Jacques Cousteau und die „Calypso“ Geschichte im Alltag: Schnittmuster
Editorial Spartaner kannten nur ein Handwerk: den Krieg. Von frühester Kindheit an wurde ein Sohn Spartas auf seine Rolle als Krieger vorbereitet. Seine Jugendjahre verbrachte er in einer grausamen Welt aus Hunger, Kälte und Schmerzen. Täglich trainierte er seinen Körper, unermüdlich übte er den Umgang mit Lanze, Schwert und Schild und den Kampf als Hoplit in der geschlossenen Phalanx. Und er lernte zu leiden, zu stehlen, zu töten. Agoge – Aufzucht – nannten die Spartaner diese staatliche Erziehung, in der die besten Soldaten Hellas’ geschmiedet wurden. Tapferkeit, Disziplin und Selbstverleugnung lauteten die drei lakonischen Kardinaltugenden. Kein Wunder also, dass Spartas Kriegerelite über mehrere Jahrhunderte die Schlachtfelder Griechenlands beherrschte. An den Schilden der spartanischen Phalanx zerbrach der Ansturm der Perser auf Europa genauso wie das Hegemonialstreben Athens. Erst in der Schlacht von Leuktra, 371. v. Chr., verloren die Spartiaten ihren einzigartigen Nimbus als übermenschliche Krieger. Es war der Verstand des genialen thebanischen Strategen Epaminondas, der über die Jahrhunderte alte Kriegertradition Lakoniens siegte. Damit begann der unaufhaltbare Niedergang des Staates. Den Thebanern folgten Makedonen und Römer als neue Herren Griechenlands. Sparta verkam zur Touristenattraktion für reiche Römer auf Bildungsurlaub. Unaufhaltsam schwand die Zahl der Spartiaten, bis schließlich das Volk ganz von der Bühne der Geschichte abtrat. Doch der Mythos Sparta erwies sich als unsterblich, begeisterte Philosophen und Staatsdenker von Montesquieu bis Benn. Leider sahen auch das faschistische Italien und das Dritte Reich in der Agoge ein Vorbild – beide Systeme verlangten nach gehorsamen Soldaten für die Schlachtfelder der Moderne. Mit dem Ende dieser finsteren Epoche sollten dann die drei großen Ideale Athens triumphieren: Freiheit, Demokratie, Schönheit.
Dr. Klaus Hillingmeier Chefredakteur G/GESCHCHTE
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