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Die Welt der wilden Reiter
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Titelthema:

Die Welt der wilden Reiter



Aus dem Inhalt: Die Symbiose von Pferd und Mensch – Die Welt der Skythen – Meisterwerke der Skythen und Sarmaten – Auf den Spuren des Amazonenrätsels – Die Sarmaten – Attila und die Hunnen – Der lange Ritt der Magyaren – Das Reitervolk der Chasaren – Dschingis Khan -  Vorstoß nach Ungarn – Pax Mongolica – Rote Turbane und Palastorgien: das Ende der Mongolendynastie in China – Timur Lenk und sein Reich – Neue Funde in der Residenzstadt: Interview mit Prof. Hüttel

Blickpunkt: Grubenunglücke im 20. Jahrhundert
Porträt:
Friedrich Händel
Geschichte im Alltag:
Das Klosett
Schiffe und Schicksale:
Die Beagle


Editorial

Auf die ewige Frage, was das Beste im Leben sei, soll Dschingis Khan einmal geantwortet haben: „Das höchste Glück des Mannes ist es, seine Feinde zu zerschlagen, sie vor sich herzujagen, ihnen all ihre Besitz zu entreißen, in Tränen die Wesen zu sehen, die ihnen teuer sind und ihre Frauen und Töchter in seine Arme zu drücken.“

Wie ein Sturm fegten die Mongolen über Asien hinweg. Nur bedingungslose Unterwerfung sicherte das Überleben. Wer sich ihnen in den Weg stellte und wagte, Widerstand zu leisten, wurde gnadenlos niedergemetzelt.
Kein Wunder also, dass die Menschen in Europa vor den Reitern auf ihren kleinen, zähen Pferden zitterten. Die Furcht vor den Männern aus der Steppe saß tief. Bereits die Griechen hatten die Reitervölker der Skythen zu Pferde kennengelernt. Die Sagen von den wilden Zentauren und den männermordenden Amazonen nahmen hier ihren Anfang.

In den dunklen Jahren, als Roms Macht und Stärke schwanden, erlebte dann Europa den traumatischen Einfall der Hunnen – für die frommen Chronisten der Klöster trugen die apokalyptischen Ritter hunnische Züge. Leider liegt ein tiefer Nebel über dem wahren Wesen der Hunnen, ihr Bild in der Geschichte bleibt zur Fratze verzerrt. Anders der Fall bei den Mongolen: Bereits Marco Polo schwärmte von ihrem Reich, lobte die Sicherheit, den Gerechtigkeitssinn und die Tugend dieses Volkes.

Und während im Europa des 13. Jahrhunderts Glaubensfreiheit ein ferner Traum war, herrschte im Reich der Mongolen einzigartige religiöse Toleranz. Buddhisten, Moslems, Schamanisten lebten friedlich nebeneinander und selbst abweichende christliche Gruppen, wie die Nestorianer, fanden wohlwollende Aufnahme im Reich des Mongolenkhans.

Die Reiche der meisten Reitervölker verfielen so schnell, wie sie entstanden. Zu schwach waren ihre Wurzeln im Boden der eroberten Länder. Was ihnen blieb, war die Rückkehr zu ihrem nomadischen Leben und die Freiheit der Steppe.

Dr. Klaus Hillingmeier
Chefredakteur
G/GESCHCHTE

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