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Die Medici - Geld, Macht und schöne Künste
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Titelthema:

Bismarck und das Kaiserreich



Aus dem Inhalt: 1870/1871: Der Weg zum Kaiserreich – Vom Kartätschenprinzen zum Vater des Landes: Kaiser Wilhelm I. – Die verspätete Nation: Was nach dem Traum von Einheit kommt – Zeittafel – Ein Junker gründet das Reich – Schachspiel mit fünf Varianten: Die Außenpolitik Bismarcks – Prunk und Elend: Streifzug durch das Zeitalter der Erfindungen, der Armut und des Antisemitismus – Verspielte Einheit: Die Innenpolitik Bismarcks – Ein Kanzler vor Canossa: Kirche gegen Staat – Kanzlerdämmerung: Der Abgang Bismarcks und die Suche nach einem Nachfolger – „Der germanische Recke“: Was von Bismarck übrig bleibt

Blickpunkt: Eine griechische Legende, vor 2500 Jahren fand der erste Marathonlauf statt
Serie, Rätsel der Geschichte:
Die Osterinsel
Geschichte im Alltag:
Das Grammophon
Porträt:
Charlie Brown, Charles M. Schulz' Gesellschaftsspiegel


Editorial

Liebe Leserinnen und Leser!

„Jetzt kann ich Dir sagen, dass ich dich lieb habe und dass ich so gerne werden möchte wie du“, schreibt der siebenjährige Kurt Reinert Bismarck zu seinem Geburtstag. Die Deutschen haben ihren Kanzler schon zu Lebzeiten zur Kultfigur, zum Übermenschen hochstilisiert. Was damals Trinkgefäße, Postkarten und Heringe waren – das wären heute Bettwäsche, Zahnbürsten und Schlüsselanhänger. 146 Bismarcktürme stehen noch in deutschen Städten und Wäldern. Doch: Was ist übrig vom Bismarckbild? Ist diese Charakterstudie unbeeinflusst von dessen Memoiren, den „Gedanken und Erinnerungen“? Es gilt, hinter die die historische und historisierende Fassade zu blicken: Wer war Otto Otto von Bismarck? Ein brillanter außenpolitischer Stratege auf friedlicher Mission, sozial gesinnter Retter der Volksseele, ein Visionär, Choleriker oder besessener Machtmensch?

Die Antworten dürften in jedem Fall komplizierte ausfallen, als für viele Medien zu gebrauchen. Und Bismarck wusste die Presse zu benutzen! Nicht ohne Grund setzte er die Emser Depesche als kriegstreibenden Fehdehandschuh ein oder holte per Artikel zum Schlag gegen die Nachfolger in Berlin aus. Was in den Geschichtsbüchern haften blieb, sind visionäre Leistungen: Der Eiserne Kanzler schmiedete das Deutsche Reich, er erfand den Sozialstaat und schaffte Frieden in Europa. Aber Bismarck und seine Zeit können nicht als Solitär stehen. Hat Bismarck den mächtigen Nachlass Zukunft ohne Anleitung zurückgelassen – ohne Chancen für das liberale Bürgertum? Dieser Frage müssen auch wir uns stellen, denn wir sind ebenfalls Bismarcks Erben. Wir sind eine immer noch junge Nation. Die Identitätssuche als Kollektiv, als soziale Gemeinschaft bleibt – inklusive humanitärer Verantwortung und friedlicher Integration. Bismarck hatte Deutschland in den Sattel gesetzt, aber so einfach reitet es sich auch 140 Jahre später nicht. Der Kanzler ist präsent: In der Diskussion um die Rente, um den Verlust sozialer Gerechtigkeit, um Politikverdrossenheit … Finden Sie heraus, wer Bismarck war und was seine Zeit in sich barg.

Wir wünschen gute Unterhaltung!

Janina Lingenberg,
Redakteurin
G/GESCHICHTE
 
 

 


 
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