|
Titelthema:
Die Kelten – Krieger und Druiden
Aus dem Inhalt: Europas wilde Ahnen – Eine Frau sieht rot: Der Aufstand der Königin Boudicca – Zeittafel – Salz und Stahl – Im Reich der goldenen Fürsten: Hügelfestungen, Paläste und Prunkgräber – Sturm über Europa: Die Keltenwanderungen – Sperrmänner: Der Weg des Kriegers – An den Grenzen der Welt: Britanniens keltische Wurzeln – Druidenmacht und Menschenopfer – Die Rückkehr der weißen Priester: Die Neu-Druiden – Händler, Handwerker, Krieger: Das Alltagsleben im keltischen Oppidum – Meisterwerke: Das Kaleidoskop keltischer Kunst – Beim Teutates! Asterix und Co. – Reise in die Anderswelt: Irlands Sagen, Irlands Helden, Irlands Seelen
|
Blickpunkt: Motor der Wissenschaft – Jubiläum der Max-Planck-Gesellschaft
Serie, Rätsel der Geschichte: Eldorado – Der Fluch des Goldenen Mannes aus dem Dschungel
Geschichte im Alltag: Die Hausnummer
Porträt: Coco Chanel – Eine Frau revolutioniert die Mode
Editorial
Liebe Leserinnen und Leser!
»Gefallenen Gegnern schneiden sie die Köpfe ab und hängen sie um den Hals ihrer Pferde; die blutigen Waffen ihrer Feinde übergeben sie den Kameraden, die sie unter Kriegsgesängen und Siegeshymnen an die Wände ihrer Hütten nageln.« Der Geschichtsschreiber Diodor, Sohn der kultivierten griechischen Metropole Syrakus, präsentiert die Kelten als wilde Kopfgeldjäger, deren größtes Vergnügen in der Schlacht liegt. Und er traf damit genau den Nerv seiner Leser. Waren es nicht Kelten, die Rom geplündert, Delphi in Angst und Schrecken versetzt und die hellenistischen Könige Kleinasiens bedroht hatten? Und hätte Hannibal ohne seine verfluchten keltischen Hilfstruppen überhaupt siegen können?
Auch wenn der Schädelkult tatsächlich bei vielen keltischen Völkern verbreitet war, wie jüngste archäologische Forschungen bestätigen, Barbaren waren sie nicht. In keltischen Fürstengräbern fand man sowohl einheimische Kunstschätze von bezaubernder Schönheit als auch exquisite Kunstimporte aus dem Mittelmeerraum. Und die keltischen Siedlungen, die Oppida, waren alles andere als eine Ansammlung von schäbigen Hütten, sondern Handelszentren mit zu 10 000 Einwohnern. Vielleicht wäre an Rhein und Rhone die erste Hochkultur Nordeuropas erblüht, hätte nicht das römische Schwert diese Entwicklung brutal abgeschnitten. Wenig hat die Jahrhunderte römischer Herrschaft überlebt. Die keltischen Götter verschmolzen mit denen des römischen Pantheon, die religiöse Elite der Druiden in Gallien und Britannien wurde genauso grausam verfolgt wie jene Fürsten, die es wagten, sich Roms Willen zu widersetzen.
Während wir Deutschen uns gerne zu Erben der Germanen stilisieren und dabei unsere eigenen keltischen Wurzeln vergessen, sind für unsere westlichen Nachbarn die Gallier – von Vercingetorix bis Asterix – so urfranzösich wie die Zigarettenmarke »Gauloises«.
Dr. Klaus Hillingmeier,
Chefredakteur
G/GESCHICHTE
|