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Titelthema:

Ludwig II. - Traum, Tod, Tragödie



Aus dem Inhalt: Götterdämmerung: Tod im Starnberger See – Ludwig I. – Schicksal König: Der Tragödie Erster Akt – Wer war Ludwigs leiblicher Vater? –  Chronik – Im Schattenreich: Bayern, Bismarck und das Reich – Made in Bavaria: In der Technik liegt der Fortschritt – Deutschlands Märchenschlösser: Neuschwanstein und Co.  –  Alles Theater: Ludwig und Wagner – Zerrissene Träume: War Ludwig II. verrückt? –  Totes Erbe: Prinzregent Luitpold und Ludwig III. –  Ludwig lebt! Der Kini ist Kult– Bayerische Landesausstellung zum 125. Todestag: Der Blick hinter die Kulissen

Blickpunkt: Castros Kuba – 50 Jahre Invasion in der Schweinebucht
Serie, Rätsel der Geschichte: Die Cheops Pyramide – Steine für die Ewigkeit
Geschichte im Alltag: Das Taschenmesser
Porträt: Prinz Eugen von Savoyen


Beispielseiten:
   

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser!

Der König ist tot! Es lebe der Kini! Denn nichts anderes bedeutet es, wenn die anhaltende Euphorie Ludwig II. so vital hält. Es ist sein Aufstieg in den Olymp der Ewigkeit. Es heißt, Hollywood will einen Film drehen – mit Johnny Depp in der Hauptrolle.

Bei der Recherche zu diesem Heft ist mit uns etwas passiert: Natürlich nimmt uns jeder Charakter, jedes Leben, jedes Schicksal der Menschen, über die wir berichten schnell gefangen. Mit Ludwig ist es nicht anders, sondern es kommt etwas dazu, nämlich, dass er einen nicht mehr loslässt. Eine bannende Aura umgibt seine Person, die am Ende mehr Fragen offen lässt als zuvor. Geht man noch leicht beschwingt heran und denkt vielleicht: „Ja mei, der Kini, wie nett. Schöne Schlösser und so weiter“, da kommt Faszination, ja, beinahe Glamour … Nur existiert da noch mehr: Schauriges, Erschreckendes. An Ludwig zerreiben sich mehr „Fans“ ihre Emotionen als an manch aktuellem Staatsmann. Tatsächlich erhalten Autoren und Verehrer für ihre Thesen Morddrohungen.

Wir tauchen ab in eine eigene Welt, ein Welt aus Treuen, Geheimbünden, Fanatikern, Schwätzern und Detektiven … Die Theorien um des Königs Tod kennen keine Grenzen. Aber: Wer war Ludwig wirklich? Eine widersprüchliche Person zwischen Modernität und Mittelalter, zwischen Tradition und Leidenschaft? Wir werden es nicht beantworten können. Können uns, wie im Sinne des Hauses der Bayerischen Geschichte zur Landesausstellung 2011 über den König, nur an Fakten halten und Meinungen vorstellen. Gerade das macht den Mythos so lebendig. Ludwig entwickelt sich vom Märchenkönig zur unheimlich vielschichtigen Persönlichkeit, die in ihrer Zeit mit all ihren Normen und Werten gefangen war.

Am Ende bleibt eine vor allem für mich spannende Frage: Passte der Kini in seine Zeit? Was wäre heute aus ihm geworden? Ein gefeierte Popstar, ein König der Herzen? Und genau damit wird Ludwig auch im 125. Todesjahr zur Gefahr – denn er bietet genügend Raum für jedermanns Träume.


Janina Lingenberg,
Redakteurin
G/GESCHICHTE
 
 

 


 
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