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Menschenopfer für den Regengott - Die Welt der Azteken
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Titelthema:

Im tödlichen Griff der Inquisition – Ketzer im Mittelalter



Aus dem Inhalt:
Morden im Namen Gottes – Jeanne d'Arc: Die Jungfrau muss brennen – Feinde Gottes und des Menschen: Ursprünge der Jagd auf die Häretiker – Die Kirche zieht ihr Schwert: Beginn der päpstlichen Inquisition – Konrad von Marbung: Der Tod des Ketzerjägers  – Die Katharer  – Gral gesucht  –  Freitag der 13.: Die Vernichtung des Templerordens  – Hussitenkrieg: Rache für Jan Hus  – Bloody Mary & Co.: Die Anti-Reformer – Die Spanische Inquisition: Im Kerker des Grauens  – Die „Wiedertäufer“: Ein König für Münster  –  Der Fall Galilei  – Und keine Ende: Glaubenskampf heute

Blickpunkt: 200 Jahre Krupp
Neue Serie! Monster und Fabelwesen: Das Einhorn
Geschichte im Alltag: Karussell, Achterbahn, Autoscooter
Porträt: Franz Liszt – Superstar am Konzertflügel


Beispielseiten:
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Editorial

Liebe Leserinnen und Leser!
 

Die Chronik des Christentums begann im Untergrund. Als verhasste Sekte wurden die Anhänger des Mannes aus Nazareth im Römischen Reich immer wieder gnadenlos verfolgt. Was die frühen Christen überleben ließ, war das Bewusstsein, im Besitz der göttlichen Offenbarung zu sein.


Doch gerade diese Idee einer absoluten Wahrheit birgt den Keim zu Dogmatismus und Intoleranz. Als im Mittelalter neue religiöse Bewegungen jenseits von Rom entstanden, reagierte die Kurie mit aller Härte und rief die Inquisition ins Leben. Waldenser, Katharer und Hussiten, wer sich nicht dem Glaubenskodex unterwarf, wurde verfolgt. Und als das Spanien der drei Weltreligionen mit dem Untergang Granadas Geschichte war, brannten dort Scheiterhaufen mit Tausenden von Menschen, denen man einzig vorwarf, verkappte Juden oder Mauren zu sein.


Selbst die Templer, Elite der christlichen Ritterschaft, waren nicht immun. Geschickt instrumentalisierte Frankreichs König Philipp der Schöne die Inquisition und ihre grausamen Instrumente, um den Orden in einem Schauprozess zu zerschlagen. Bis 1870 existierte die Römische Inquisition, aber schon lange wurden dort keine Menschen mehr verbrannt, sondern lediglich fleißig Bücher indiziert. Die katholische Kirche ist sich heute der Schuld und des Leids bewusst, das sie mit der Inquisition über die Welt gebracht hat. Besonders der Orden der Dominikaner, einst die Speerspitze im Kampf gegen die Ketzerei, nennt die Dinge beim Namen: „Wir empfinden dies als ein dunkles und bedrückendes Kapitel unserer Geschichte.“ Nun soll „eine umfassende Respektierung der Rechte aller Menschen“ gepredigt werden.


Worte, die Hoffnung machen könnten, doch leider ist Religionsfrieden bis heute ein äußerst gefährdetes Gut. Im Irak sind die Gemeinden der orientalischen Christen Opfer von Terror und Gewalt; in China landen Menschen aufgrund ihres unangepassten Glaubens  vor den Tribunalen der Macht. Immer noch schreinen wir nicht gelernt zu haben, dass eine Offenbarung, sei sie religiös oder politisch, niemals Gewalt legitimieren darf!



Ihr/ Euer
Dr. Klaus Hillingmeier
Chefredakteur
G/GESCHICHTE

 
 

 


 
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