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Titelthema:
Persien - Vom Märchenreich zum Gottesstaat
Aus dem Inhalt:
Khomeinis Rückkehr: „Ich werde die neue Regierung bestimmen“ – Zeittafel – Halbmond über Persien – Die Schiiten: Wer wird Mohammeds Erbe? – Im Rosengarten: Die Poesie Persiens – Der Mahdi: Wie Schah Ismail die Safawiden-Dynastie begründete – Isfahan – Fette Beute oder Die Verlockungen des Öls: Iran zwischen Großbritannien und Russland – Schah Reza Pahlavi: Playboy, Reformer, Diktator – Soraya: „Prinzessin Schwermut“ – Der alte Mann und die Macht: Die dunklen Jahre des Khomeini-Regimes – Giftgas und Schützengräben: Der vergessene Krieg zwischen Irak und Iran – Gottesstaat am Scheideweg: Iran heute
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Blickpunkt: 1888 – Ein Jahr, drei Kaiser
Serie - Die Weltwunder: Das Empire State Building
Geschichte im Alltag: Die Vespa
Porträt: Johannes XXIII. - Der Papst der Herzen
Beispielseiten:
Editorial
Liebe Leserinnen und Leser!
Rogue State – Schurkenstaat. Mit diesem Urteil der Bush-Ära wurde der Iran zu einem Teil der „Achse des Bösen“ erklärt. Und bis heute scheinen die Nachrichten dieses Verdikt zu bestätigen: Die rigorose Mullah-Herrschaft, das Atomprogramm und die geschickten Provokationen des Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad: Da wird das Existenzrecht Israels geleugnet oder Hugo Chávez als auserwählte Lichtgestalt an die Seite Jesu gestellt. Wer die Nachfolge des Provokateurs Ahmadinedschad antreten wird? Die nächste Präsidentschaftswahl am 14. Juni 2013 wird es zeigen.
Bei aller berechtigten Kritik am Iran sollte man sich jedoch auch immer daran erinnern, wie viel Unrecht das Land durch den Westen in seiner jüngeren Geschichte erlitten hat. Mehrfach wurde Persien von Briten und Russen okkupiert, und jahrzehntelang flossen die Erträge aus dem Öl in britische Kassen, während der Iran mit einem besseren Taschengeld abgefunden wurde. Und als die USA sich als neue Ordnungsmacht im Nahen Osten „empfahlen“, geschah dies mit der geschickt inszenierten Entmachtung Mossadeghs durch die CIA
Diese Demütigungen stehen im scharfen Kontrast zur selbstbewussten Geschichte Persiens. Als die islamischen Heere im 7. Jahrhundert die Sassaniden besiegten, eroberten sie eine spätantike Hochkultur, die sich mit Byzanz messen konnte. Ob Mathematik, Medizin oder Astronomie: die arabische Wissenschaft der folgenden Jahrhunderte ruhte auf persischen Fundamenten.
Im Mongolensturm ging das arabische Großreich der Abbasiden unter, Persiens Kultur aber zähmte die Steppenreiter. Unter den Safawiden erlebte das Land im 17. Jahrhundert seine Renaissance. Isfahan leuchtete! Ein weiteres Indiz für die kulturelle Kraft des Landes ist der Siegeszug der persischen Sprache, die sich von Anatolien bis Indien als angesehene Literatursprache etablierte. Zu verdanken war dies Dichterfürsten wie Hafiz, Saadi, Nizami oder Omar Khayyam, deren unsterbliche Dichtung Persiens Geschenk an die Menschheit ist. Die Verse singen von der Liebe, dem Wein und dem Tanz. Ein mystischer Traum von einer Welt, in der Gotterkenntnis und Lebensfreude kein Widerspruch sein müssen – und damit ein berauschender Gegenentwurf zum engstirnigen Regime der Ayatollahs …
Ihr, Euer
Klaus Hillingmeier
Chefredakteur G/GESCHICHTE
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