Buchvorstellung
Autor: Reinhard Pohanka
224 Seiten, geb., Marixverlag 2011, ISBN 978-3-8653-9959-5, € 5,-
Was ist ein Ritter? Ach ja, das ist der Typ in Rüstung, der mit seinem Kollegen um die Gunst des Burgfräuleins kämpft! Klar! Wirklich? Reinhard Pohanka räumt in seiner Darstellung mit den alten Klischees auf und legt deutlich dar, dass das Rittertum weit mehr war als nur der Kampf zwischen zwei Rittern um eine Frau. Es handelt sich hierbei um ein höchst kompliziertes und ausgefeiltes Gesellschaftssystem, das einige Gegensätze zusammenfasste, wie die Liebesdienste in der „Minne“ und die Grausamkeit im Kampf gegen Menschen, die einem anderen Glauben als dem christlichen angehörten. Pohanka geht auf die Geschichte und somit auf die Anfänge des Rittertums ein, auf die Herausbildung des klassischen Ritterbildes, auf die Kreuzzüge, in denen die Ritter eine ganz besondere Rolle einnahmen, auf das Alltagsleben, aber auch auf das Nachleben der Ritter. So geht er der Frage nach, wie diese Kultur der Ritter auch nach ihrem Untergang im 14. Jahrhundert bis heute überleben konnte und immer noch eine solche Faszination auf die Menschen ausübt, wie sonst kaum etwas. Hier bekommt man viele Fakten und eine sehr interessante Geschichte für einen fairen Preis!
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Buchvorstellung
Autor: Helmut Neuhold
224 Seiten., geb., Marixverlag 2011, ISBN: 978-3-8653-9960-1, € 5,-
Der Dreißigjährige Krieg ist eines der tragischsten und folgenreichsten Ereignisse der Frühen Neuzeit, über das jeder Geschichtsinteressierte Grundkenntnisse habe sollte. Helmut Neuhold liefert in seiner Darstellung genau dieses. Auf 224 Seiten schildert er einfach und kompakt alle wichtigen Stationen des gesamten Kriegsverlaufs. So beginnt er bei der Vorgeschichte Europas und schafft einen kurzen Überblick über die politische Lage, die damals in Europa herrschte. Schritt für Schritt hangelt er sich von wesentlichem Ereignis zu wesentlichem Ereignisse der folgenden blutigen 30 Jahre. Er endet schließlich beim Westfälischen Frieden und bei dem Rückblick über die herausragendsten Heerführer während dieser Zeit. Abschließend gibt er einen Einblick in die Erinnerung an diesen Krieg, der ein „Reich“ hinterließ, das nahezu entvölkert, wirtschaftlich destabilisiert und politisch für die nächste Zeit machtlos war. Der Marixverlag liefert mit diesem Buch nach dem Prinzip „Wenig Geld – Viel Wissen“ eine perfekte Anschaffung, die sich für jeden Interessierten lohnt.
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Buchvorstellung
Autor: Karl J. Mayer
144 Seiten mit ca. 50 farb. Abb., geb., Primus 2011, ISBN: 978-3-8967-8750-7, € 19,90
Was die Heerführer im Krieg taten und dachten ist meist zahlreich belegt und wird oft dargestellt. Doch wie es den vielen Soldaten erging, die für diesen Heerführer kämpften, bleibt in den meisten Fällen im Dunkeln. Sie werden oft als eine Zahl in Erinnerung behalten. Auch Napoleon ist ein solcher bedeutender Anführer, über den die Forschung bereits viel berichtet hat. Und er hatte ein ganz besonderes Heer: Die Grande Armée, bestehend aus über 500.000 Soldaten, die für ihn und seine politischen Ziele im Jahr 1812 kämpfte. Karl J. Mayer widmet sich in seinem Buch genau jenen Soldaten und erschafft aus Tagebüchern und Briefen ein anschauliches Bild ihres Alltags im Krieg. Wo und wie bekamen sie etwas zu essen? Was wurde getan, wenn einer von ihnen auf den langen Märschen krank wurde? Waren alle mit Napoleons Zielen einverstanden oder gab es auch Widerstand in den eigenen Reihen? Mayer gibt den Soldaten, von denen nur wenige lebend aus Russland heimkehrten, eine eigene Stimme und macht deutlich, dass ein Heer eben nicht nur aus einer Zahl im Geschichtsbuch besteht, sondern dass sich dahinter viele einzelne Individuen verbergen, die alle ihre eigenen Sorgen, Gedanken und Bedürfnisse hatten.
Julia Rienäcker
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Buchvorstellung
Autor: Wilhelm Reich
352 Seiten, geb., Anaconda 2011, ISBN: 978-3-8664-7666-0, € 6,95
1933 erschien von Wilhelm Reich erstmals die „Massenpsychologie des Faschismus“, das Werk schlechthin, wenn es um die kritische Auseinandersetzung mit alten, aber auch mit den damals aktuellen faschistischen Bewegungen ging. Er gilt als einer der ersten, der durch seine wissenschaftliche Genauigkeit und seine soziologische Prägung den bedeutenden Zusammenhang zwischen autoritärer Triebunterdrückung und faschistischer Ideologie erkannt hatte. Ab der dritten Auflage, die 1942 in den USA beendet wurde, sind allerdings noch neue Gedanken von Reich dazugekommen. Die Enttäuschung über das Ende der Revolution in Sowjetrussland und die damit verbundene antisexuelle Haltung des Staates veränderte seine Perspektive in einigen wichtigen Hinsichten. So interpretiert Reich den Faschismus nicht mehr als eine Bewegung, die nur auf einige Staaten begrenzt sei, sondern stellt die Behauptung auf, dass es sich hierbei um ein Phänomen der heutigen Massengesellschaft handeln würde. Seine Grundthese bleibt jedoch durchwegs dieselbe: Eine Überwindung des Faschismus sei nur möglich durch eine rationale Neuregelung der Sexualökonomie in der Gesellschaft. Auch wenn einige Kapitel heute bereits etwas veraltet scheinen, sind die Erkenntnisse und Ausführungen von Reich bahnbrechend und absolut wegweisend, wenn es um das Verstehen und Durchschauen des Faschismus geht.
Julia Rienäcker
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Buchvorstellung
Autorin: Elsbeth Wallnöfer
176 Seiten, gebunden, Sankt Ulrich Verlag 2011, 978-3-86744-194-0, € 19,95
Julfest statt Weihnachten, Führerbild statt Herrgottswinkel, Mutterkreuz statt Christenkreuz. Drei Beispiele, die sich im Buch wiederfinden. Eines haben sie gemeinsam: Christliche Bräuche werden auf germanische und damit wesentlich ältere Traditionen umgedeutet. Das NS-Regime tat dies ganz bewusst, um die hohe Stellung und die Wertigkeit der „arischen Rasse“ aufzuwerten. Das Problem in diesem Zusammenhang besteht darin, so stellt es auch Elsbeth Wallnöfer dar, dass heute noch immer viele Menschen an den germanischen Ursprung unserer Feste wie beispielsweise Weihnachten oder Ostern glauben und somit immer noch der nationalsozialistischen Verfälschung aufliegen. Wallnöfer versucht deswegen mit diesen Missverständnissen aufzuräumen und die Wahrheit ans Licht zu bringen – wobei man hier auch festhalten muss, dass es diese Umdeutung nicht nur im Dritten Reich gegeben hat, sondern schon wesentlich früher. Dieses kleine Detail vernachlässigt Wallnöfer. Trotzdem liefert ihr Buch einen interessanten Einblick in die nationalsozialistische Umdeutung der deutschen Kultur und regt eindeutig zum Nachdenken an, warum wir unsere Feste feiern, wie wir sie feiern.
(Julia Rienäcker)
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