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Medien-Rundschau - Bücher, Filme und Spiele | |
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Buchvorstellung
Autor: Tom Segev
416 S., geb., ISBN 978-3-88680-889-2, Siedler-Verlag, München 2008, 24,95 €/ sFr 43,90 Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen aus der ganzen Welt Juden zusammen, um in der Levante ihr Glück zu finden. Holocaust-Überlebende trafen auf Siedler der ersten Stunde, Juden auf Palästinenser. Zum 60-jährigen Jubiläum der Staatsgründung erscheint Tom Segevs kritische Hommage an sein Geburtsland nun auch auf Deutsch. Der Autor und Journalist gehört zu einer Gruppe jüngerer israelischer Historiker, die die Geschichte des Staates und dessen Gründung neu bewerten. Zu Beginn der Achtzigerjahre hatte Segev erstmals Zugang zu Archivakten aus der Zeit der Staatsgründung. Was sich ihm dort offenbarte, war weniger heldenhaft als das, was man ihm in der Schule beigebracht hatte. Segev lässt den Leser an Geheimtreffen zwischen israelischen Politikern und arabischen Unterhändlern teilnehmen und zeigt ihm den harten Alltag der ersten Israelis. Sein Buch erklärt anschaulich die Konflikte, die die israelische Gesellschaft bis heute beschäftigen und spalten. Jr |
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Buchvorstellung
Autor: Gerhard von Dohrn-Van Rossum
552 S. geb., mit 70 Abb., ISBN 3-86647-139-9, Anaconda, Köln 2007, € 9,95/ sFr 18,50 »Als Gott die Welt schuf, gab er den Afrikanern die Zeit – den Europäern die Uhr.« Was dieses Sprichwort überspitzt ausdrückt, ist die europäische Besessenheit, den Tag in Einheiten zu unterteilen. Der Historiker Gerhard Dohrn-van Rossum geht in seinem Buch der Geschichte dieser Zeitsysteme nach. Der große Schnitt zeichnete sich demnach mit der Entwicklung mechanischer Uhrwerke ab. Waren die Tageszeiten zuvor vor allem durch die jahreszeitlich verschiedenen Sonnenauf- und -untergänge definiert, erfolgte von da ab eine abstrakte Einteilung. Mit der Industriellen Revolution begann schließlich die Ära der Arbeitszeit als beschränkte Ressource. Anschaulich und leicht lesbar erfährt der Leser viel über die technischen Fortschritte und die damit einher gehenden Änderungen in der Lebensführung. Dabei zeigte sich die Uhr je nach Situation als Diener wie als Tyrann des Menschen. fl |
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Buchvorstellung
Autor: Winfried Speitkamp 516 S. geb., mit Abb., ISBN 3-15-010643-5, Reclam, Ditzingen 2007, € 19,90
Aids, korrupte Diktatoren, Völkermorde, Hungersnöte und Dürren: Negative Schlagzeilen scheint Afrika gepachtet zu haben. Fernab dieser Klischees nähert sich Winfried Speitkamp mit seiner »Kleinen Geschichte Afrikas« dem angeblich geschichtslosen Kontinent. In vier chronologisch geordneten Kapiteln zeichnet der Autor politische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen auf afrikanischem Boden nach. Sehr ausführlich widmet sich Speitkamp dem Kolonialismus, doch auch die Jahrtausende davor vergisst er nicht. Dabei räumt er mit zwei Trugschlüssen auf: zum einen, dass das heutige Elend in vielen afrikanischen Staaten unvermeidbar war, und zum anderen, dass die Afrikaner stets bloß Opfer fremder Mächte, nicht aber Macher ihrer eigenen Geschichte waren. Der knapp gehaltene Überblick ist gut verständlich geschrieben und regt mit vielen Literaturhinweisen dazu an, sich weitergehend mit Afrikas Geschichte zu befassen. dol |
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Spielvorstellung
Erfinder: Reinhard Staupe Geschichtliches Schätzspiel für 2 bis 8 Spieler ab 10 Jahren. Verlag: Huch & friends, Günzburg. Preis: 14 Euro
Hier geht es darum, einzuschätzen, wann bestimmte historische Ereignisse stattgefunden haben; zu gewinnen gibt es Punktechips. Der Text der obersten Karte wird vorgelesen − zum Beispiel „Amnesty International erhält den Friedensnobelpreis“. Nun notieren alle Spieler geheim eine beliebig große Zeitspanne, in der ihrer Meinung nach dieses Ereignis stattgefunden hat. Auf der Rückseite der Karte stehen die richtige Jahreszahl und eine kurze, weiterführende Information. Von den Spielern, die das korrekte Jahr mit ihrem Zeitraum abdecken, bekommt derjenige mit der kleinsten Zeitspanne die meisten Punkte. Wer falsch getippt hat, geht natürlich leer aus. Und schon kommt die nächste Karte auf den Tisch: „Heinrich Hoffmanns ‚Struwwelpeter’ erscheint“...
Gibt man einen engen Zeitraum an, weil man sich sicher ist, hat man die Chance auf viele Punkte, riskiert aber auch viel. Wenn mehrere Tipps daneben liegen, kann es auch passieren, dass Spieler punkten, die gar keine Ahnung haben und eine sehr große Zeitspanne angeben. Somit haben auch schwächere Spieler eine Chance – das ist für geschichtlich Uninteressierte ein Trost, aber zugleich auch ein Schwachpunkt. „Schätzen Sie mal!“ ist ansprechend aufgemacht und durchaus unterhaltsam. Inzwischen ist außer der ersten Edition mit dem Thema „Mord & Totschlag“ schon die Ausgabe „Mann & Frau“ erschienen. |
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