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Medien-Rundschau - Bücher, Filme und Spiele

Neue Medien | Archiv




rittertum.jpgBuchvorstellung


Autor: Reinhard Pohanka

Das Rittertum


224 Seiten, geb., Marixverlag 2011, ISBN 978-3-8653-9959-5, € 5,-

Was ist ein Ritter? Ach ja, das ist der Typ in Rüstung, der mit seinem Kollegen um die Gunst des Burgfräuleins kämpft! Klar! Wirklich? Reinhard Pohanka räumt in seiner Darstellung mit den alten Klischees auf und legt deutlich dar, dass das Rittertum weit mehr war als nur der Kampf zwischen zwei Rittern um eine Frau. Es handelt sich hierbei um ein höchst kompliziertes und ausgefeiltes Gesellschaftssystem, das einige Gegensätze zusammenfasste, wie die Liebesdienste in der „Minne“ und die Grausamkeit im Kampf gegen Menschen, die einem anderen Glauben als dem christlichen angehörten. Pohanka geht auf die Geschichte und somit auf die Anfänge des Rittertums ein, auf die Herausbildung des klassischen Ritterbildes, auf die Kreuzzüge, in denen die Ritter eine ganz besondere Rolle einnahmen, auf das Alltagsleben, aber auch auf das Nachleben der Ritter. So geht er der Frage nach, wie diese Kultur der Ritter auch nach ihrem Untergang im 14. Jahrhundert bis heute überleben konnte und immer noch eine solche Faszination auf die Menschen ausübt, wie sonst kaum etwas. Hier bekommt man viele Fakten und eine sehr interessante Geschichte für einen fairen Preis!


 

 

krimkrieg.jpgBuchvorstellung


Autor: Orlando Figes

Krimkrieg - Der letzte Kreuzzug


747 Seiten, ISBN 978-3-8270-1028-5, Berlin Verlag 2011,  € 37,10

Geburt der Kriegsberichterstattung im Krimkrieg (1853-56): Die Berichte William Howard Russells über die Ereignisse des Krimkriegs waren die ersten Kriegsreportagen. Sie beeinflussten das Bild von diesem Krieg in der britischen Öffentlichkeit maßgeblich und verwiesen bereits auf die wichtige Rolle der Informationspolitik im Krieg.
Mit William Howard Russell, einem Reporter der Zeitung „Times“, der über den Krimkrieg (1853-56) direkt von der Front in die Heimat berichtete, war erstmalig in der Geschichte ein Kriegsberichterstatter vor Ort. Der lieferte jedoch nicht die von der Armeeführung gewünschte Kriegspropaganda, sondern berichtete ungeschönt von fatalen Fehlentscheidungen der Militärs, die tausenden von Soldaten das Leben kosteten. Russells Berichte kühlten die anfänglich brodelnde britische Kriegsbegeisterung merklich ab. Der englische Fotograf Roger Fenton schoss, ebenfalls ein Novum dieser Zeit, mit die ersten Bilder von Kriegsschauplätzen überhaupt. Aufgrund der langen Belichtungszeiten war es aber noch nicht möglich, Schlachtszenen einzufangen. Dennoch sprechen Fentons Bilder eine ganz eigene Sprache, wenn sie etwa eine mit Kanonenkugeln bedeckte Straße zeigen.
Orlando Figes analysiert den Krimkrieg in seinem neuen Buch "Krimkrieg - Der letzte Kreuzzug" vor allem anhand seiner religiösen und weltanschaulichen Ursachen.
So stilisierte sich der russische Zar Nikolaus der I. zum Retter des wahren Christentums und zum Befreier der von den Osmanen unterdrückten Slawen. Tatsächlich steckten hinter der ideologischen Verbrämung des Waffengangs handfeste politische Ziele. Der Zar gedachte die schwächelnde Position des Osmanischen Reiches, des „kranken Manns am Bosporus“, auszunutzen und die russische Macht- und Einflusssphäre bis in den Nahen Osten zu verschieben. Damit stieß er auf den Widerstand des katholischen Frankreichs, das sich seinerseits als Verteidiger der heiligen Stätten verstand und damit an die Tradition der hochmittelalterlichen Kreuzzüge anknüpfte.
Großbritannien sah seine Handelswege und Vormachtstellung im Mittelmeer durch den russischen Vorstoß gefährdet und stellte sich ebenfalls auf die Seite der Osmanen. Eine Rolle spielte dabei vor allem das durch die Presse erzeugte Zerrbild der Russen in der britischen Öffentlichkeit. Der rasche Aufstieg und die Ausweitung des Zarenreiches im 18. Jahrhundert hatten zu einer tiefsitzenden Angst gegenüber dem Riesenreich im Osten geführt. Die Presse übte durch Beeinflussung der öffentlichen Meinung erheblichen Druck aus und betrieb massive Kriegshetze. Erst die Berichte Russells über die sinnlosen Opfer dieses Krieges rüttelten die Öffentlichkeit auf.

Stefan Reinbold


 

 

briefe.jpgBuchvorstellung


Autor: Helmut Liedloff

Briefe zwischen Deutschland und Amerika. Eine Lebens- und Zeitgeschichte


544 Seiten, Paperback, Frieling & Huffmann 2011, ISBN: 978-3-8280-2947-7, 22,00 €

Helmut Liedloff ist Auswanderer und begeisterter Briefeschreiber. Vierzig Jahre lang schrieb er 1031 Mitteilungen an seine Eltern. Noch vor Liedloffs Briefen, erwartet den Leser ein Überblick der Jahre 1938 bis 1978: Zeitgeschichtliche Geschehnisse werden genauso aufgeführt wie Liedloffs Erlebnisse. Angefangen bei der Kinderlandverschickung während des Zweiten Weltkriegs und seiner frühen Jugend in einer Gastfamilie; über die Studienjahre und das Stipendium, das ihn nach Amerika brachte bis zu dem Entschluss, für immer dort zu bleiben. Gemeinsam mit Helmut Liedloff wandert der Leser durch die Geschichte, in der sich nicht nur Liedloff (weiter-) entwickelt, sondern auch die Welt um ihn herum.

Tanja Albert


 

 

 CD-Vorstellung


Nilfahrt unter Sonne und Mond - Märchen und alte Musik aus Ägypten

Doppel-Audio-CD (Gesamtlaufzeit ca. 145 min.), ISBN 3-938754-09-5, Creativ-Studio F. M. Friedrich, Almeidaweg 33, D-82319 Starnberg, € 20.

In Ägypten vereinen sich die Geheimnisse des Orients mit den Rätseln einer uralten Hochkultur, und das Ergebnis ist eine Volkstradition von ungewöhnlichem Reichtum und Tiefe. Ausdruck fanden und finden bis heute diese vielgestaltigen Überlieferungen in den märchenhaften Erzählungen, wie sie schon am Hofe der Pharaonen vorgetragen wurden, begleitet von Musik der Epoche. Fortgeführt wurde diese Tradition dann von den Märchenerzählern in den Basaren und Palästen der islamischen Epoche, und auch heute noch kann man diese Form der Volkskultur am Nil »live« erleben. Die ansprechende Verbindung von narrativer und musikalischer Tradition haben die Starnberger Märchenseminare für viele Kulturkreise aufgegriffen und auf Audio-CDs zugänglich gemacht; mit ihrer neuesten Produktion erweisen sie nun auch dem Mutterland musikalischer Märchenwelten einfühlsame
Reverenz.  Fm


 
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