Frühester Beweis für Werkzeuggebrauch
Sensationelle Knochenfunde aus Äthiopien weisen 3.4 Millionen Jahre alte Schnittspuren auf. Bereits 800.000 Jahre früher als bisher angenommen haben menschlichen Vorfahren Steinwerkzeuge benutzt. Der Paläoanthropologe Zeresenay Alemseged und sein Team haben die neuen Erkenntnisse in dem Wissenschaftsmagazin „Nature“ (Band 466) veröffentlicht.
Laut Dr. Alemseged verursachten Angehörige der Hominidenart „Australopithecus afarensis“ die Werkzeugspuren. Bekanntester Vertreter dieser Art ist das etwa 3.3 Millionen Jahre alte Fossil „Lucy“. Die neuen Funde werfen ein völlig anderes Licht auf das Jagd- und Essverhalten der Hominidenart, meint Shannon Mc Pherron, Archäologe am Max-Planck-Institut. So scheint es, dass Lucys Verwandte mit Hilfe des Werkzeuges Fleisch von den Knochen abschaben konnten.
Allerdings sind noch immer viele Fragen offen. Zum Beispiel, ob die gefundenen Knochen von erjagten Tieren oder von totem Aas stammen. Auch ist den Forschern nicht bekannt, inwieweit die Hominiden die Steinwerkzeuge bewusst herstellen konnten oder ob es sich nur um Fundobjekte handelt. Bisher galt ein etwa 2.5 Millionen Jahre altes Steinwerkzeug aus Bouri, in Ätiopien, als frühester Beleg. Da in der Nähe des Fundortes auch der Kiefer eines Vertreters der Gattung Homo gefunden wurde, vermuteten Wissenschaftler bisher, dass diese Art zuerst in der Lage gewesen war, Werkzeuge herzustellen und zu benutzen. Maxi Danz
Datum: 13.8.2010 Den Inhalt beschreibende Stichwörter:
Lucy, Australopithecus afarensis, Knochenfund, Äthiopien, Schnittspuren, Jagdgewohnheiten, Essgewohnheiten
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