Reliefs des französischen „Zauberer-Felsens“ sind nun zugänglich
Die faszinierenden prähistorischen Kunstwerke des „Roc-aux-Sorciers“ (Zauberer-Felsens) in Angles-sur-l’Anglin im Westen Zentralfrankreichs waren lange für Besucher unzugänglich- einerseits aus konservatorischen Vorbehalten, andererseits, weil sie noch archäologisch erforscht wurden. Nun werden erstmals Nachbildungen der Skulpturen ab dem 21. März der Öffentlichkeit präsentiert.
Der „Roc-aux-Sorciers“ (Zauberer-Felsen) wurde bereits 1927 entdeckt. Er unterteilt sich in den sogenannten „Taillebourg-Keller“ und das „Abri von Boudois“. 1950 entdeckten zwei französische Archäologinnen dort bei Ausgrabungen prähistorische Skulpturen. Suzanne de Saint-Mathurin und Dorothy Garrod legten dort ganze Herden von Steinböcken und Bison- Reliefs frei, die Skulpturen mehrerer Pferde und Raubkatzen, einige menschliche Büsten im Profil und weibliche Körperpartien. Die Genauigkeit mit der die Bewegung eines Tieres, seine Augen, sein Gesicht oder seine Hufe abgebildet wurden, zeigt, dass die Bildhauer aus dem Magdalenien (jüngeres Paläolithikum) schon vor 15 000 Jahren ihr Handwerk beherrschten.
Nun wurden originalgetreue Nachbildungen einiger Skulpturen angefertigt, die ab dem 21. März in einem Ausstellungszentrum in Angles-sur-Anglin besichtigt werden können. Das 2,7 Millionen Euro teure Projekt wird von einem Multimedia-Spektakel begleitet: Die erste halbe Stunde sollen die Besucher im Stockdunkeln eine Art Schattentheater zu Sehen bekommen, das auf das Fries projiziert wird und menschliche Silhouetten, galoppierende Tiere oder Bäume, die sich im Wind bewegen, zeigt. Währenddessen wird ein Wissenschaftler die Entdeckungsgeschichte der Skulpturen erklären. http://www.roc-aux-sorciers.com/
Datum: 19.03.2008 Den Inhalt beschreibende Stichwörter:
Prähistorische Kunst, jüngere Steinzeit, Roc-aux-Sorciers, Angles-sur-l’Anglin
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