Steinzeitliche Siedlung in Oberfranken entdeckt
Eine große Siedlung aus der Zeit der Bandkeramik ist während Bauarbeiten an der ICE Strecke Nürnberg – Berlin freigelegt worden. Laut einer Pressemeldung des bayerischen Landesamtes fand ein Grabungsteam auf einer Fläche von 2.5 Hektar bei Bad Steffelstein im Landkreis Lichtenfels 40 Hausgrundrisse sowie 20.000 Einzelstücke.
Hauptsächlich handelt es sich um Scherben und Steingeräte, wie Steinbeile oder um Hilfsmittel zur Herstellung von Kleidung aus Wolle oder Leinen. In einem sehr guten Zustand konnte eine Pfeilspitze aus Feuerstein geborgen werden. Die Skelette sind wohl die interessantesten Funde für die Archäologen. Es sind die Knochen eines Erwachsenen und zweier Kinder, diese sind nach damaliger Tradition in Hockstellung bestattet worden.
Die gefundenen Gebäude sind sogenannte Langhäuser, meinte Friedrich Lore, der leitende Archäologe, während der Präsentation der Funde. Diese Gebäude hätten aus einem Gerüst paralleler Holzpfosten sowie aus einer Wand aus Lehm bestanden. Nach circa 25 Jahren wurde diese Art von Häusern durch die verfallenden Rohstoffe unbewohnbar, weshalb die Menschen meist in der Nähe neue Behausungen errichteten.
Die Kultur der Bandkeramik schien im 6. Jahrtausend v. Chr. über ganz Europa verbreitet zu sein. So existierten frühe Siedlungen zwischen dem Pariser Becken und dem Donauraum mit einheitlichen Grundrissen der bis zu 50 Meter langen Wohngebäude. Der Name „Bandkeramik“ leitet sich von der speziellen Bandmusterverzierungen der aus dieser Zeit stammenden keramischen Gefässe ab.
Maxi Danz
Datum: 17.8.2010 Den Inhalt beschreibende Stichwörter:
Steinzeit, Bandkeramik, Oberfranken, ICE Bauarbeiten, bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
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