Erste Erkenntnisse zu Gräbern von möglichen NS-Opfern
Im Zusammenhang mit dem im Januar zufällig entdeckten Gräberfeld auf dem alten Anstaltsfriedhof des Landeskrankenhauses in Hall/ Tirol können Archäologen und Anthropologen neue Erkenntnisse vorweisen. Doch noch immer ist unklar, ob die Toten dem Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten zum Opfer fielen.
Bei den seit zwei Wochen laufenden Ausgrabungen seien die Toten in einfach gehaltenen Sägen gefunden worden. Insgesamt seien bisher zehn von rund 230 Gräbern ausgehoben. Beigaben wie Rosenkränze und in Gebetshaltung gefaltete Hände ließen auf eine pietätvolle und sorgsame Bestattung schließen, so die Ausführungen des Ausgrabungsleiters und Archäologen Alexander Zanesco.
Des Weiteren ergaben anthropologische Untersuchungen, dass es sich um stark pflegebedürftige Menschen handelt.
Zwar sind die seitdem geborgenen Skelette gut erhalten, leider könne man aber keine Gewebereste wie Haare oder Fingernägel finden, wodurch sich die Todesursache feststellen lasse, so der Anthropologe George McGlynn.
In den nächsten drei Monaten sollen die Grabungen abgeschlossen werden. Bis aber eindeutig festgestellt werden kann, ob es sich bei dem Fund wirklich um Opfer der Nationalsozialisten handelt, könnten noch zwei Jahre vergehen.
Dieser Verdacht war aufkommen, weil Nachforschungen des Krankenhausbetreibers ergeben haben, dass die Toten zwischen 1942 und 1945 im Bereich der Psychiatrie bestattet worden sind.
Theresa Rinser
Datum: 31.3.2011
Den Inhalt beschreibende Stichwörter:
Gräberfeld, Euthanasie, Hall, Tirol
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