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BND vernichtete Personalakten ehemaliger NS-Verbrecher


Offensichtlich untergraben bestimmte Kreise innerhalb des BND die Aufklärungsarbeit der Historikerkommission, die die Rolle ehemaliger SS-Leute in dem Nachrichtendienst untersuchen soll. Zahlreiche Personalakten von Mitarbeitern die ehedem zur SS und Gestapo gehörten, wurden 2007 vernichtet.


Kurz bevor der Präsident des Bundesnachrichtendienstes Ernst Uhrlau, der die Historikerkommission zur Aufarbeitung der Gründungsgeschichte seines Hauses eingesetzt hatte, in den Ruhestand verabschiedet wird, bahn sich ein Skandal an. Die Kommission um die Historiker Jost Dülffer (Köln), Klaus-Dietmar Henke (Dresden), Wolfgang Krieger (Marburg) und Rolf-Dieter Müller (Potsdam) fand heraus, dass 2007 die Personalakten von gut 250 hauptamtlichen Mitarbeitern als nicht archivwürdig eingestuft und vernichtet wurden. Darunter auch die Akten von hochrangigen Geheimdienstlern des NS-Regimes, die in der SS, dem SD und der Gestapo dienten.
Es besteht der dringende Verdacht, dass innerhalb des Dienstes bestimmte Kräfte die Aufklärungsbereitschaft des BND-Präsidenten torpedieren. Zwar war die Historikerkommission 2007 noch nicht mit ihrer Aufgabe betraut worden. Uhrlau hatte zu jenem Zeitpunkt aber bereits durchscheinen lassen, dass er die Aufarbeitung der braunen Anfänge des Geheimdienstes im Sinn habe. Ehe weitere Entsorgungen historisch brisanter Personalakten stattfinden, möchte die Kommission zukünftig vorher einen Einblick erhalten.
Der Gründer des BND, Reinhard Gehlen, spionierte während des Krieges in der Wehrmachtsabteilung „Fremde Heere Ost“ geheimdienstliche Informationen über die Sowjetarmee aus. Nach Kriegsende sammelte er in der „Organisation Gehlen“ alte Kameraden um sich und verschaffte ihnen trotz dunkler Vergangenheit eine ansehnliche Position in der neuerstehenden Bundesrepublik.

Stefan Reinbold


Datum: 30.11.2011
Den Inhalt beschreibende Stichwörter:

Historikerkommission, BND, Reinhard Gehlen, Ernst Uhrlau, Jost Dülffer, Klaus-Dietmar Henke, Wolfgang Krieger, Rolf-Dieter Müller

 
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