Berichte über Kanalinsel im Zweiten Weltkrieg aufgetaucht Zufällig entdeckte Akten legen ausführlich das Leid der Bewohner Guernseys dar, die von den deutschen Besatzern der Kanalinseln während des Krieges verschleppt und ermordet wurden.
Bei den Betroffenen handelte es sich um über 1000 Personen, die sich 1942 und 1943 der Deportation stellen mussten, da sie sich dem Widerstand anschlossen oder von britischer Herkunft waren. Einer der Überlebenden stellte nach Kriegsende unzählige Zeugenaussagen zusammen, um mit ihrer Hilfe Schadenersatzforderungen an Deutschland zu stellen. Das Vorhaben schlug fehl: Zwar zahlte die Bundesregierung in den 1960ern eine große Summe an Großbritannien, jedoch wurden die Inselbewohner bei der Verteilung der Gelder nicht berücksichtigt, auch zu einer Veröffentlichung der Berichte kam es nicht. Schnell gerieten sie in Vergessenheit und wurden erst jetzt durch Zufall in einem alten Kleiderschrank entdeckt.
Eine Gruppe von Forschern der Universität Cambridge hat sich der Schriftstücke angenommen. Ihr Sprecher, Dr. Gilly Carr, bezeichnete den Fund als überaus bedeutend. Da die Zeit der Besatzung für die Einheimischen ein überaus sensibles Thema darstellte, hätte sich bislang kein Forscher an eine Untersuchung der damaligen Geschehnisse gewagt. Nun wären die Historiker jedoch dazu in der Lage, detaillierte Einblicke in das Leben der zahlreichen Opfer zu erlagen. Deren Angehörige hoffen vor allem auf eins: eine angemessene Würdigung ihrer Familienmitglieder.
Fabian Talkenberg
Datum: 22.11.2010 Den Inhalt beschreibende Stichwörter:
Zweiter Weltkrieg, Ärmelkanal, Deutschland, Großbritannien, Guernsey, Widerstand
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