Bisher unbekannte Picasso-Bilder entdeckt
271 bislang nicht im Nachlass Picassos aufgeführte Werke tauchten Anfang des Jahres in Südfrankreich auf. Ein Ehepaar hatte sie bislang unter Verschluss gehalten. Die Erben des Künstlers vermuten, dass es sich dabei um gestohlene Kunstwerke handelt.
Claude Picasso, der Sohn und Nachlassverwalter des 1973 verstorbenen Malers staunte nicht schlecht, als ihn Anfang des Jahres ein Brief erreichte, in dem der pensionierte Elektriker Pierre Le Guennec ihn um die Zertifizierung von über 200 bislang unbekannten Werken seines Vaters bat. Dem Schreiben lagen 26 Fotos von Zeichnungen, Skizzen und Aquarellen bei.
Anfang September reiste Le Guennec schließlich mit einem Koffer, in dem sich alle 271 Werke befanden nach Paris und übergab sie Claude Picasso.
Experten untersuchten die Werke, unter denen sich unter anderem ein Portrait von Picassos erster Frau Olga sowie neun kubistische Collagen und ein Aquarell aus Picassos blauer Phase befanden, und kamen zu dem Schuss, dass „kein Zweifel an der Echtheit“ bestehe. Allein die Collagen sollen 40 Millionen Euro wert sein. Keines der Werke war jedoch in den Inventarlisten von Picassos Nachlass zu finden.
Le Guennec arbeitete zwischen 1970 und 1973 als Elektriker für Picasso und installierte Alarmanlagen in seinen Villen. Er will die Bilder, Collagen und Skizzen von Picasso als Geschenk erhalten haben.
Das hält Claude Picasso für unmöglich. Sei Vater sei zwar sehr großzügig gewesen, in diesen Mengen habe er jedoch nie Werke verschenkt. Außerdem habe er jedes Geschenk datiert und mit einer Widmung versehen. Außerdem gebe es, so einer der Anwälte der Picasso Familie keinerlei Dokumente, die die Freundschaft zwischen dem Künstler und seinem Elektriker belegten. Die Anwälte stellten deshalb Anzeige gegen Le Guennec wegen Hehlerei. Unter diesen Tatbestand fällt auch der bewusste Besitz von Diebesgut.
Rätselhaft bleibt vor allem, warum Le Guerrec sich erst jetzt an Claude Picasso wandte. Er selbst
schwieg bislang zu allen Vorwürfen. Mittlerweile befindet er sich in Polizeigewahrsam.
Anne Wanner
Datum: 1.12.2010
Den Inhalt beschreibende Stichwörter:
Picasso, Claude Picasso, Kunstraub, Hehlerei, Pierre Le Guennec
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