Comeback für Lenins Kopf
Noch liegt Lenins Haupt unter viel Sand begraben. Doch schon bald könnte er wieder das Licht der Welt erblicken. Für eine Ausstellung soll der gigantische Betonkopf, der 1991 gestürzten Berliner Statue, exhumiert und zur Spandauer Zitadelle gebracht werden. Ob er dort mit beiden Ohren ankommt, bleibt abzuwarten.
20 Jahre nach dem Mauerfall erlebt Lenin ein Comeback in der Hauptstadt. Der dreieinhalb Tonnen schwere Kopf seiner Betonstatue soll aus seinem Sandhügelgrab in Berlin-Köpenick exhumiert und ans andere Ende der Stadt gebracht werden. Geplant ist den Schädel auf der Spandauer Zitadelle in der Ausstellung »Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler« zu zeigen.
Wie viel die Bergung und der Transport des schweren Kopfes kosten wird, ist noch nicht bekannt, berichtet Kunstamts- und Museumsleiterin der Zitadelle Spandau Andrea Theissen, die auch für die Umsetzung Ausstellung zuständig ist. Ebenso fehle noch die Zustimmung des Landes Berlin als Eigentümer, berichtet sie. Aber dessen Signale ließen auf eine positive Antwort hoffen.
Mindestens bis zum nächsten Jahr wird Lenins Kopf im Sand begraben bleiben, erläutert Theiss weiter. Schließlich befände sich die Ausstellung noch in der Phase der Ideensuche. Ihre Eröffnung ist für Ende 2012 oder Anfang 2013 geplant. Neben dem Haupt des Anführers der russischen Oktoberrevolution von 1917 sollen zahlreiche weitere Skulpturen gezeigt werden.
Die Statue Lenins wurde im November 1991 abgerissen, nachdem sie der Berliner Senat von der Denkmalliste gestrichen hatte. Vergeblich probierte eine Bürgerinitiative dieses Vorhaben abzuwenden: Die 19 Meter hohe Plastik des russischen Künstlers Nikolai Tomski wurde in 129 Einzelteile zerlegt und in der Seddiner Heide in Köpenick vergraben. Auf Drängen der Erben des Künstlers verpflichtet sich der Senat, die Stücke des Denkmals vor Wind und Wetter zu schützen. Trotzdem musste Lenis Kopf mittlerweile ein Ohr einbüßen. Unbekannte hatten mehrfach versucht ihn wieder auszubuddeln.
Datum: 15.07.2009 Den Inhalt beschreibende Stichwörter:
Lenin-Statue - DDR - Denkmal - Lenins Kopf - Nikolai Tomski - Seddiner Heide
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