Die Eifersucht des Star-Astronomen
Edwin Hubble (1889–1953), der berühmte US-amerikanische Astronom und Namensgeber des Weltraumteleskops, war im Umgang mit Kollegen nicht zimperlich, wenn es um Ruhm ging. Darauf deuten jedenfalls neue Untersuchungen zu wissenschaftlichen Publikationen hin.
Hubble wurde vor allem durch die nach ihm benannte Konstante bekannt, nach der sich Galaxien desto schneller von uns weg bewegen, je weiter entfernt sie sind – eine Schlussfolgerung daraus ist der „Big Bang“ am Anfang des Universums. Hubble veröffentliche seine Berechnungen 1929.
Zwei Jahre zuvor hatte der belgische Kosmologe Georges Lemaître ähnliche Überlegungen vorgestellt, auf der Grundlage der Allgemeinen Relativitätstheorie Albert Einsteins. Nachdem aber ausgerechnet Einstein seine physikalischen Berechnungen kritisiert hatte, zog sich Lemaître enttäuscht zurück. Erst von Hubbles Zahlen ließ sich Einstein überzeugen, der den „Big Bang“ dann sogar als die „schönste und befriedigendste Erklärung der Schöpfung“ feierte.
Lemaîtres Berechnungen wurden 1931 ins Englische übersetzt. Dabei wurden jedoch, wie der kanadische Astronom Sidney van den Bergh jetzt feststellte, genau die Stellen weggelassen, die jene Fragen diskutieren, für deren Lösung Hubble dann gefeiert wurde. Der Verdacht liegt nahe, dass Hubble seine Hand im Spiel hatte, damit er den Ruhm der Entdeckung mit niemandem teilen musste.
Datum: 1.7.2011
Den Inhalt beschreibende Stichwörter:
Edwin Hubble, Universum, Relativitätstheorie, Einstein, Big Bang
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