Das aktuelle Heft
  (ab 26.04. am Kiosk)


Stellenanzeige Austellungen im internet
Mehr G-Geschichte.de
Aktuelle Ausstellungen Austellungen im internet
Hier gelangen Sie in die Shop-Übersicht Kunden-Login


Abo | Studentenabo
Einzelhefte | Sonderhefte | G/Wissen


Warenkorb anzeigen
Archiv-Tipp
Kaiser Friedrich II.
Kaiser Friedrich II.

[Mehr Infos zu dieser Ausgabe]

Newsletter abonnieren

News




Die Überlebenden von München 1972 berichten


Dan Alon, Professor Shaul Ladany, Gad Tsabary, Avraham Melamed, Henry Hershkovitz, Zelig Shtorch und Yehuda Weinstain – sie alle überlebten den Terroranschlag auf das Olympische Dorf am 5. September 1972. 40 Jahre nach den traumatischen Ereignissen kehrten sie nun nach München zurück, um von ihrer Geschichte in der Dokumention „Der elfte Tag – Die Überlebenden von München" zu berichten.  



Die israelische Mannschaft war 1972 gerne nach München gekommen. Der Empfang in Deutschland war warmherzig und die sportliche Elite des jungen Staats Israel freute sich auf die Wettkämpfe. Die Stimmung im Olympisches Dorf war so ausgelassen, wie die Sicherheitsvorkehrungen lax waren. Die Sicherheitskräfte waren nur mit Funkgeräten bewaffnet und obgleich es Ausweise gab, wurde jeder ohne Kontrolle durchgelassen, der einen Trainingsanzug trug und wie ein Sportler aussah. 


Die acht Mitglieder der palästinensischen Terrorgruppe „Schwarzer September“ hatten daher leichtes Spiel, als sie in der Nacht die israelische Unterkunft in der Connollystraße 31 überfielen  – es war der elfte Tag der Spiele. Zwölf Athleten nahmen sie in ihre Gewalt. Nur dem Ringer Gad Tsabary sollte später die Flucht gelingen. Die übrigen neun Mitglieder der Olympiadelegation sowie ein Begleiter konnten sich dem Zugriff der Terroristen entziehen. Dan Alon, dem die Flucht durch den Garten gelang: „In diesen Moment gibt es keine Helden“.


Das Schicksal der anderen 11. Sportler ist tragische Olympia-Geschichte: Beim Befreiungsversuch auf dem Flughafen von Fürstenfeldbruck kamen sie bei einem Schusswechsel ums Leben. Als „amateurhaft“ bezeichnet Shaul Ladany die gescheiterte Geiselbefreiung. Sein kritisches Fazit: „Die Deutschen versuchen alles bis ins kleinste Detail zu planen, sind aber unfähig zu improvisieren.“


Am 6. September 1972 wurde in einer Trauerfeier der Toten gedacht. Shmuel Lalkin, der Leiter der israelischen Delegation hielt eine bewegende Rede: „Zutiefst erschüttert trauern wir über die barbarische Schändung des olympischen Geistes, verursacht durch den heimtückischen Überfall von Terroristen, bei welchem elf unserer Sportler in verbrecherischer Weise ermordet wurden.“ Dann verkündete IOC-Präsident Avery Brundage: „The Games must go on!“


Alle überlebenden israelischen Sportler sind sich bis heute darin einig, dass diese Entscheidung richtig war. Ein Abbruch der Olympischen Spiele wäre nur ein Triumph des Terrors gewesen. Doch für die überlebenden Sportler der israelischen Mannschaft war es undenkbar, nach der Tragödie weiter zu partizipieren. Sie flogen am folgenden Tag mit einer El Al-Sondermaschine nach Israel zurück, im Bauch des Flugzeugs die schlichten Holzsärge ihrer toten Kameraden. Die Rückkehr in die Heimat war alles andere als leicht – neben den traumatischen Erinnerung hatten sie nur zu oft mit Vorwürfen zu kämpfen, dass sie überlebt hatten. Die meisten zogen sich vom aktiven Sport zurück und mieden die Öffentlichkeit.


Die Antwort des israelische Geheimdienst Mossad auf den Anschlag war die Operation „Zorn Gottes“. Drei der überlebenden Geiselnehmer, die ausgetauscht worden waren, sowie mehrere Hintermänner wurden von der Sondereinheit „Caesarea“ ausgeschaltet. Ein Vorgehen, dass Shaul Ladany Genugtuung verschaffte: „Rache ist eine äußerst kraftvolle Emotion!“

Die Dokumentation „Der elfte Tag“ von Emanuel Rotstein läuft am 7. Juli als TV-Premiere auf The Biography Channel bei Sky.




Datum: 24.2.2012
Den Inhalt beschreibende Stichwörter:

München 1972, Olympische Spiele, Olympia-Attentat, Israel, Nahostkonflikt

 

 
Geschichte-Forum | Kontakt | Impressum | AGB | Widerrufsbelehrung | Stellenangebote
Links | Feedback | Medienlisten | Mediadaten