Enzyklopädie behauptet: Franco-Regime war keine Diktatur
Die verharmlosende Darstellung des Militärdiktators Franco in der Enzyklopädie Diccionario Biográfico Español stößt in Spanien auf Entsetzen.
Das Lexikon, das etwa 43.000 Persönlichkeiten der spanischen Geschichte vorstellt, behauptet, dass Francisco Franco „ein zwar autoritäres, jedoch nicht totalitäres Regime in Spanien eingeführt“ habe. Ferner bleibt in dem Artikel über Franco die Verfolgung und Ermordung von politischen Gegnern des Regimes unerwähnt, obwohl über 200.000 politische Morde, Hinrichtungen und Zwangsausweisungen für die Zeit der Franco-Diktatur von 1936 bis 1975 nachgewiesen sind.
Auf die Kritik an dieser Darstellung von der spanischen Kulturministerin Angeles González-Sinde reagierte Gonzalo Anes, der Präsident der Königlichen Akademie für Geschichte, in deren Auftrag die Enzyklopädie entsteht, verhalten. Zwar erklärte er sich bereit, die Artikel der Online-Version „zu bereichern“, hob jedoch zugleich hervor, dass sein Institut nicht dafür verantwortlich sei, „als Zensor zu wirken“.
Angesichts der von der Wirklichkeit abweichenden Beschreibung des Schreckensregimes, werden Zweifel daran laut, ob die Darstellung der restlichen knapp 43.000 historischen Figuren objektiv ist. Von der Biographien-Sammlung, die auf 50 Werke angelegt ist, erschienen jetzt die ersten 25 Bände.
Gracia Foddis
Datum: 6.6.2011
Den Inhalt beschreibende Stichwörter:
Franco, Diktatur, Spanien,
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