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Erfolgreicher Auftakt für Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte


Das erste ›Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte‹ hat am Wochenende des Nationalfeiertags mit gutem Erfolg stattgefunden. Fast 1000 Gäste unterschiedlicher Generationen haben an drei Tagen die mehr als 20 Angebote zum Thema ›Wagnis Demokratie/n‹ besucht.

In seiner Eröffnungsrede thematisierte Dr. Erhard Eppler, Bundesminister a.D., die Wiedervereinigung vor 20 Jahren: ›Was 1989 auf 1990 zur Einheit führte, hätte zum Triumph der deutschen Demokratie werden können. Dass diese Chance nicht genutzt wurde, zeigt sich auch daran, dass die wachsende Skepsis gegenüber der demokratischen Staatsform heute im Osten noch größer ist als im Westen.‹

Während des ersten ›Rendez-vous mit der Geschichte‹ haben die internationalen Fachleute gemeinsam mit dem Publikum den Demokratiebegriff in verschiedenen zeitlichen und kulturellen Kontexten diskutiert. Hinterfragt wurden dabei auch die Demokratie/n in ihrer Wirkung und Konkurrenz zu anderen Systemen. Ein zentrales Thema, das die Historiker und Politikwissenschaftler aus Frankreich, Polen und Deutschland aufgegriffen haben, war die aktuell festzustellende Personifizierung der politischen Debatte. Beispiele dafür bieten Barack Obama, Nicolas Sarkozy und Silvio Berlusconi.

Dr. Thomas Serrier, Sprecher des wissenschaftlichen Beirates, sagte, insgesamt habe das erste Geschichtsfestival lebendige Debatten ausgelöst, die für Wissenschaftler und Gäste gleichzeitig fruchtbar gewesen seien. Das Fazit nach drei Tagen demokratischer Diskurse von Dr. Erhard Eppler: ›Die fehlerlose Demokratie gibt es nicht. Die ungefährdete Demokratie gibt es auch nicht. Aber es lohnt sich, für eine lebendige Demokratie einzutreten.‹


Als Thema für das nächste Rendez-vous im Oktober 2010 wurde das Thema ›Reisen nach (n)irgendwo‹ vorgeschlagen. Beiratssprecher Prof. Dr. Michael Dreyer dazu: ›Weimar ist seit über 200 Jahren Ziel von Reisenden aus aller Welt und in der globalisierten Welt sind Fernreisen fast selbstverständlich geworden. Aber auch schon die Pilger des Mittelalters durchquerten ganze Kontinente. Entdecker von Marco Polo bis Neil Armstrong haben unser Bild von der Welt und darüber hinaus geprägt. Nicht alle Reisen sind freiwillig, umgekehrt überwindet das Reisen auch politische Eingrenzungen: Reisefreiheit war ein zentrale Forderung der DDR-Bürger auf dem Weg in die deutsche Einheit, und die Freizügigkeit in der europäischen Union ist eine ihrer großen Errungenschaften.‹


http://www.weimarer-rendezvous.de


Datum: 06.10.2009
Den Inhalt beschreibende Stichwörter:

Weimar, Geschichtswissenschaften, Demokratie

 
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