Vor 40 Jahren: Ermordung des Bürgerrechtlers Martin Luther King
Er träumte von einem Amerika ohne Rassenschranken und davon, dass „die Söhne früherer Sklaven und die Söhne einstiger Sklavenhalter miteinander am Tisch der Gerechtigkeit sitzen werden.“ Am 4. April 1968 bezahlte der schwarze Bürgerrechtler Martin Luther King diesen Traum mit seinem Leben.
„Schwarzer Ghandi“ wurde der 39-jährige King damals genannt. Er war Hoffnungsträger für Millionen Schwarze. Vier Jahre vor seinem Tod hatte der Baptistenprediger 1964 noch den Friedensnobelpreis erhalten. Als 26-jähriger, frischgebackener Pfarrer organisierte er 1955 in Montgomery im US-Bundesstaat Alabama die Busboykott-Bewegung, die durch die Verhaftung der farbigen Näherin Rosa Parks ausgelöst worden war. Sie hatte sich geweigert, in einem Bus einem Weißen ihren Platz zu überlassen. Es war der erste schwarze Protest in den USA, der weltweites Aufsehen erlangte. Die Aktion endete erfolgreich: 1956 hob der Oberste Gerichtshof die Rassentrennung in den Bussen auf.
In den nächsten Jahren reiste King durch den Süden der USA und warb dafür, sich gewaltlos und unnachgiebig für Bürgerrechte einzusetzen. Der von ihm geführten Bewegung schlossen sich auch immer mehr Weiße an. In dieser Zeit wurde er dreimal tätlich angegriffen, überlebte drei Bombenattentate und kam mehr als 30mal ins Gefängnis. Im August 1963 führte er den „Marsch auf Washington“ an: 250 000 schwarze und weiße Amerikaner nahmen teil. Dort hielt Martin Luther King auch seine berühmte Rede: „Ich habe einen Traum“, in der er gleiche Rechte für alle forderte. Die Proteste seiner Bürgerrechtsbewegung fruchteten: Der „Civil Rights Act“ von 1964 beendete offiziell die Rassentrennung. Mit dem „Voting Rights Act“ von 1965 erhielt die schwarze Bevölkerung ein Jahr später endlich das uneinegschränkte Wahlrecht.
Am 4. April 1968 wurde Martin Luther King auf dem Balkon des Lorraine-Motels in Memphis, Tennessee erschossen, angeblich von James Earl Ray, einem weißen Rassenfanatiker. In über 100 Städten kam es nach der Ermordung Kings zu Aufständen und Krawallen. Martin Luther King wurde am 9. April 1968 in Atlanta beigesetzt.
Bis heute wird der schwarze Bürgerrechtler in den USA verehrt: Seit 1986 gibt es den Nationalfeiertag „Martin Luther King Memorial Day“. Doch sein Traum der Gleichheit und Gleichberechtigung ist nur dort wahr geworden, wo der Staat eingreift. Gerade die Kandidatur von Barack Obama zeigt, dass das private Zusammenleben von Schwarzen und Weißen immer noch von Vorurteilen, Ängsten, Misstrauen und Neid geprägt ist. Es wird sich zeigen, ob Amerika schon reif ist für einen schwarzen Präsidenten.Datum: 02.04.2008 Den Inhalt beschreibende Stichwörter:
Martin Luther King, Rassenfrage, Bürgerrechte, Amerika
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