Filmtipp: Public Enemies Es ist der 22. Juli 1934: In einem Kino in Chicago geht der Film „Manhatten Melodrama“ dem Ende entgegen. Die Besucher verlassen das Filmtheater. Dabei wird einer von ihnen erschossen: Der Mann war zugleich Gangster, Held und der erste „Staatsfeind Nr. 1“ in den USA.
Nun wurde seine eigene Geschichte verfilmt.
Wir befinden uns im Chicago der 30er Jahre. Der Schwarze Freitag bewirkt eine weltweite Krise. Die Große Depression hält die Stadt in ihren Fängen. Auch die vergangene Prohibition hat Spuren hinterlassen. Eine steigende Kriminalität und das organisierte Verbrechen bestimmen den Alltag. Die Not der Bevölkerung wächst – gleichermaßen wie ihre Wut auf Banken und Staat. Gangster werden gefürchtet, aber auch verehrt. Eine Stadt im Ausnahmezustand. Al Capone ist längst Vergangenheit. Ein Nachfolger steht schon bereit: John Herbert Dillinger. Sein Strafregister beginnt mit dem Diebstahl von 40 Hühnern und endet 30 Jahre später mit Gefängnisausbruch, Bankraub und mehrfachem Mord. Doch bis dahin gibt es viel zu erzählen...
Geboren am 22. Juni 1903 nahe Indianapolis, fühlt sich das intelligente Kind vom seinem Leben unterfordert. Dillinger sucht die Herausforderung und findet sie in der Kriminalität. Den ersten Anzeigen entgeht er durch Eintritt in die Navy, aus der er unehrenhaft entlassen wird. Ein missglückter Angriff auf einen Händler führt 1924 zu seiner Verurteilung. Neun Jahre später aus dem Gefängnis entlassen, überfällt Dillinger sogleich die nächste Bank. Im September 1933 sitz er erneut hinter Gittern. Es beginnt die Zeit der wiederholten Ausbrüche, Fluchten sowie Überfalle auf Banken und Waffenarsenals der Polizei. Dass die begangenen Verbrechen nur selten unblutig verlaufen, ist offensichtlich. Der steigenden Zuneigung von Seiten der einfachen Bevölkerung tut dieser Umstand keinen Abbruch. Denn Übergriffe auf die Krisenverursacher geben den Menschen ein Gefühl von Gerechtigkeit. Die Gangster, zu Helden stilisiert, sehen sich jedoch bald mit der staatlichen Gewalt konfrontiert. J. Edgar Hoover, intrigant und ähnlich skrupellos wie Dillinger, befehligt das erst 1908 gegründete Bureau of Investigation, dem späteren FBI. Das Katz und Maus Spiel zwischen „Gut und Böse“ setzt ein. Auf den frisch gekürten Staatsfeind wird das bis dato höchste Kopfgeld in Höhe von $ 25.000 ausgesetzt. Mit Hilfe der „Lady in Red“, einer Mitbewohnerin von Dillingers Freundin, gelingt schließlich der große Coup. Sie verrät den Aufenthalt des Gangsters im oben erwähnten Kinofilm. Das Ende jenen Tages vor 75 Jahren ist bekannt – er stirbt im Kugelhagel.
Michael Mann, bekannt für Filme wie „Collateral“ und „The Insider“, inszeniert mit seinem neuesten Werk „Public Enemies“ die letzten 13 Monate aus dem Leben des John Dillinger. Dabei verzichtet er auf ausführliche biographische Details und betont stattdessen die Machtspiele zwischen Polizei und Gangsterbande, natürlich unter Einsatz höchsten technischen Tamtams. Mit Stars wie Johnny Depp in der Rolle des John Dillinger und Christian Bale als Polizei-Agent Melvin Purvis trumpft der Film zusätzlich mit einer hochkarätigen Besetzung auf.
PUBLIC ENEMIES, USA 2009 – Regie: Michael Mann. Mit: Johnny Depp, Christian Bale, Marion Cotillard, Billy Crudup. Universal, 140 Min. Kinostart: 06. August 2009.
Datum: 25.08.2009 Den Inhalt beschreibende Stichwörter:
Staatsfeind - Johnny Depp - Christian BaleS - Chicago
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