Bolivien öffnet Militärarchive Die bolivianische Armee will der Justiz erstmalig Zugang zu bisher geheimen Dokumenten ermöglichen. Die Unterlagen betreffen die Zeit mehrerer Diktaturen des Landes in den 60er bis in die 80er Jahre. Sie sollen Aufschluss geben über den Verbleib von etwa 170 Menschen, die während der Militärdiktaturen verschwanden.
Wie Staatsanwalt Milton Mendoza erklärte, werde er den Generalstab der Armee in der Hauptstadt La Paz treffen, um Zugang zu den Militärarchiven zu bekommen. Mendoza deutete aber an, dass einige Fragen möglicherweise nicht beantwortet werden können, wenn entsprechende Akten zuvor vernichtet worden sein sollten.
Allein zwischen 1964 und 1981 erlebte Bolivien nicht weniger als zwölf Putsche. Oft genug wurden in Folge eines Staatsstreiches äußerst repressive Willkürherrschaften errichtet, die vor allem gegen Gewerkschafter und militante Linke vorgingen. Das Schicksal von 170 solchen Verschwundenen steht im Mittelpunkt der jetzigen Untersuchung, die 2009 auf Druck der Hinterbliebenen eingeleitet worden war. Marco Schrage
Datum: 17.2.2010 Den Inhalt beschreibende Stichwörter:
Bolivien, Militärarchiv, Diktatur, Putsche
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