Geburtstag eines Urlaubs-Größenwahns
Eines der gigantomanischen Großprojekte der Nazis, das die Zeiten überstanden hat, feiert Geburtstag: Vor 75 Jahren wurde der Grundstein für die Ferienanlage Prora auf Rügen gelegt.
Fast fünf Kilometer lang erstreckt sich der Hotelblock an der Ostküste Rügens entlang; bis zu 20 000 "Volksgenossen" sollten dort gleichzeitig in den Genuss gleichgeschalteter Ferien kommen, die von der NS-Urlaubsorganisation "Kraft durch Freude (KDF)" organisiert wurden, einer Unterorganisation der "Deutschen Arbeitsfront (DAF)".
Robert Ley, der Führer dieser pseudo-gewerkschaftlichen Einheitsorganisation, legte am 2. Mai 1936 bei einer Massenveranstaltung der DAF den Grundstein für die Mega-Ferienstadt zwischen Binz und Sassnitz; die Bauarbeiten begannen im folgenden Winter. Die Kosten liefen allerdings bald aus dem Ruder und hatten sich zuletzt mit umgerechnet einer Milliarde Euro mehr als versechsfacht. Mit Kriegsausbruch wurden Arbeiten eingestellt; die Rohbauten blieben allerdings weitgehend erhalten und wurden zu DDR-Zeiten von der Kasernierten Volkspolizei genutzt.
Der "Koloss von Prora" steht heute unter Denkmalschutz. In verschiedene Einheiten aufgeteilt, soll er nach und nach neuen Nutzungen zugeführt werden. Im südlichen Teil befindet sich seit 2001 ein Dokumentationszentrum (www.dokumentationszentrum-prora.de).
Datum: 2.5.2011
Den Inhalt beschreibende Stichwörter:
Prora, Rügen, KdF, Robert Ley
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