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Geheime Treffen Deutschlands und Österreichs mit der PLO


Unter Vermittlung des damaligen österreichischen Bundeskanzlers Bruno Kreisky, hat im November 1977 ein Geheimtreffen in Wien stattgefunden. Ziel der Verhandlungen war die Eindämmung des internationalen Terrorismus.

Der Historiker Matthias Dahlke fand im Nachlass des früheren Staatsministers des deutschen Kanzleramts, Hans-Jürgen Wischnewski, ein bisher unbekanntes Protokoll. Demzufolge trafen sich Wischnewski, Kreisky, der österreichischen Innenminister Erwin Lanc und zwei hochrangige Vertreter der Palästinensischen Befreiungsorganisation. Unter ihnen soll auch der PLO-Sicherheitschef Salameh gewesen sein. Dieser war Drahtzieher des Massakers der israelischen Sportler in München 1972 und wurde 1979 von Mossad-Agenten getötet.

Die PLO bot an, sich „aktiv an der Bekämpfung des Terrorismus zu beteiligen“, falls sich vor allem Bonn für eine Anerkennung der PLO einsetzt. Zum Zeitpunkt der Verhandlungen standen sowohl Österreich, wegen Anschlägen während der OPEC-Konferenz in Wien 1975, als auch die BRD, durch die Entführung der Lufthansamaschine „Landshut“, unter Handlungsdruck. Die Palästinenser standen in engem Kontakt mit (gesuchten) Mitgliedern der RAF und hatten wohl Einfluss auf deren Handeln. Eine Auslieferung der eigenen Leute oder sich im Nahen Osten befindlicher deutscher Terroristen wurde bei den Wiener Gesprächen jedoch nicht thematisiert.

Ob letztendlich in Wien eine Vereinbarung zwischen den drei Parteien stattgefunden hat, ist bis heute unklar. Diese Art der Geheimdiplomatie wurde bislang vermutet und konnte nun nachgewiesen werden. 1979 kam es in Wien zu einem Treffen zwischen dem damaligen SPD-Chef Willy Brand und dem PLO-Vorsitzenden Jassir Arafat und damit zu einer schrittweisen Anerkennung der PLO. Solange die Akten der Jahre 1978 bis 1980 noch nicht eingesehen wurde, ist jedoch nicht geklärt, ob die Palästinenser hierfür eine Gegenleistung erbracht haben.


Datum: 17.04.2009
Den Inhalt beschreibende Stichwörter:

PLO - RAF - Terrorismus

 
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