Happy Birthday MTV: Ein Musiksender wird 30
30 Jahre lang flimmern bereits Musikvideos der beliebtesten und angesagtesten Bands über die Bildschirme durch MTV. Ein Sender, der in dieser Zeit nicht nur den Erfolg eines soziokulturellen Vorbildes feiern konnte, sondern auch einen Platzverweis als Musikvideosender im Konkurrenzkampf mit dem Internet hinnehmen musste.
Wir verdanken die heutigen Musikvideosender einem Mann. Michael Nesmith, der Ex-Sänger der „Monkees“, legte die Vorteile eines Musikvideos deutlich dar: Bands können über Musikvideos wesentlich größere Mengen an Zuschauern erreichen und das zum gleichen Zeitpunkt. Dies ließ die Fangemeinde anwachsen und bedeutete letztendlich mehr Geld für die Band und für das Management. Jene zeigten sich von der Idee sofort begeistert und begannen damit, Videos zu drehen. Jetzt musste nur noch ein Sender her, der sich auf die Ausstrahlung der frisch produzierten Clips spezialisierte. MTV war als erster Sender seiner Art geboren.
Den Beginn machten „The Buggles“ mit „Video Killed the Radio Star“, das am 1.8.1981 um 0:01 auf MTV ausgestrahlt wurde. Der erste Musiksender revolutionierte das Musik- und Fernsehgeschäft. Aber wie heißt es immer so schön: Jeder muss mal klein anfangen. So auch MTV. Gerade einmal 170 Kassetten standen in den Regalen und wurden abwechselnd vorgespielt. Von Langeweile konnte dennoch keine Rede sein – von allen Seiten wuchs die Nachfrage nach diesem wertvollen Gut. MTV war der Vorreiter der Musikvideobranche in den 80er und 90er Jahren: Wer bei dem jungen Publikum Erfolg haben wollte, der musste mit einem Video bei MTV aufwarten – so die Meinung der meisten Medienkritiker.
Doch wie allen erfolgreichen Marktführern, so erging es auch MTV: Jeder Trend muss sich bereits nach kurzer Zeit weiterentwickeln, die neuen Gewohnheiten und Vorlieben der Jugend ausschöpfen - sonst landet er ganz schnell ganz weit unten. Und so entwickelte sich MTV weiter und strahlte auch Kurzfilme und Serien aus, die die Einschaltquoten hochhalten sollten. Wenn der junge Fan heute MTV sehen möchte, muss er erst einmal zahlen. Dann, wenn er den Sender anschaltet, sieht er kaum noch Musikvideos – der Sender lebt von Serien wie „Jackass“, „The Osbournes“ oder „Pimp My Ride“, die nichts mehr mit dem ursprünglichen Konzept gemeinsam haben. Grund für dieses vermeintliche Desinteresse für Musikvideos ist unter anderem auch das Medium „Internet“. Hier ist es dem Musikfreund möglich, kostenlos, beliebig oft und ohne nervige Handyklingelton-Werbung die Videos anzuschauen, die er möchte. Er muss nun nicht mehr stundenlang in die Röhre gucken, um sein Lieblingsvideo einmal sehen zu können.
Julia Rienäcker
Datum: 1.8.2011
Den Inhalt beschreibende Stichwörter:
MTV, Musikvideo, Jackass, Clip
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