Japan gräbt altes Forschungszentrum der Einheit 731 aus
In Tokyo hat die japanische Regierung mit den Untersuchungen einer ehemaligen medizinischen Einrichtung der Einheit 731 begonnen. Sie erhofft sich vor allem neue Erkenntnisse über mögliche Menschenversuche dieser Einheit, die im Zweiten Weltkrieg chemische und biologische Waffen erforscht hat.
Die Grabungen - die unweit der Stelle stattfinden, wo schon 1989 Massengräber von möglichen Opfern gefunden worden waren - zielten darauf ab, herauszufinden ob auf dem Grundstück irgendetwas vergraben sei, so Kazuhiko Kawauchi, Sprecher des Ministeriums. „Wir sind uns nicht sicher, ob wir etwas finden. Wenn etwas ausgegraben wird, kann es aber auch sein, dass es nichts mit der Einheit 731 zu tun hat.“
Im Krieg hat die Abteilung angeblich Kriegsgefangene mit Typhus, Cholera und anderen Krankheiten injiziert, um so die biologische Kriegsführung zu testen.
Bisher hat die Regierung die Experimente der Einheit an Kriegsgefangenen nicht offiziell anerkannt, obwohl Historiker und ehemalige Mitglieder diese bestätigten. 1989 schlussfolgerte das Ministerium, dass die Knochen nicht direkt mit der Einheit 731 in Verbindung zu bringen seien.
Nachdem allerdings die ehemalige Krankenschwester Toyo Ishii 2006 berichtet hat, dass sie geholfen habe eine Vielzahl von Toten, Knochen und Körperteilen zu vergraben, versprach die Regierung eine neue Untersuchung.
Laut Keiichi Tsuneishi, Professor an der Kanagawa Universität und Experte für biologische Kriegsführung, handle es sich bei Grabungsstätte um das ehemalige Forschungszentrum der Einheit. Er erklärte: „Wenn Knochen hier gefunden werden, dann stehen sie mit großer Wahrscheinlichkeit mit der Einheit 731 in Zusammenhang."
Mit den Ausgrabungen kann erst jetzt begonnen werden, weil zuvor Bewohner umgesiedelt und Appartements abgerissen werden mussten.
Lisa Schmitz
Datum: 21.2.2011
Den Inhalt beschreibende Stichwörter:
Japan, 2. Weltkrieg, Einheit 731, Menschenversuche, biologische und chemische Waffen
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