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Kalter Krieg hautnah – Ansturm auf den Bundesbank-Bunker

Der Andrang auf die Führungen, die am vergangenen Wochenende Einblick in die Gewölbe des geheimen Bundesbank-Bunkers in Cochem boten, war riesig. Fast 30 Meter unter der Erde lagerten hier während des Kalten Krieges Milliarden unechter D-Mark, die im Ernstfall als Ersatzwährung gedient hätten.

Die Szenarien, die der Planung und dem Bau der Bunkeranlage Anfang der 1960er Jahre zu Grunde lagen, scheinen aus heutiger Sicht in weiter Ferne zu liegen. Damals, in den heißen Tagen des Kalten Krieges, waren sie durchaus ein realistisches Zukunftsszenario. Es galt auf die militärische  Konfrontation der beiden Blöcke, einen Angriff mit atomaren Waffen, den  Zusammenbruch der Infrastruktur und des Wirtschaftssystems, vorbereitet zu sein.

Aus diesem Grund baute die Bundesbank im idyllischen Cochem an der Mosel mitten in einem Wohngebiet einen unterirdischen, atomsicheren Ausweichsitz. Getarnt als Schulungs- und Erholungsheim lagerten hier unter meterdicken Betonwänden rund 25 Jahre lang Millionen Scheine der Ersatzwährung BBk-II. Im Grunde war sie nicht viel mehr wert als Spielgeld. Im Fall eines Krieges mit dem Ostblock hätte BBk-II jedoch die deutsche Wirtschaft vor einer Hyperinflation schützen sollen.

20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs faszinieren die geheimen Bunkeranlagen von einst mehr denn je. Das gilt vor allem für den Regierungsbunker bei Bad Neuenahr-Ahrweiler, der seit gut zweieinhalb Jahren der Öffentlichkeit zugänglich ist, aber – wie es scheint – auch für den Ausweichsitz der Bundesbank. So waren die 48 Führungen, die der Verein „Bunker-Dokumentationsstätten“ am vergangenen Wochenende erstmals anbot, restlos ausgebucht.

Ob und inwieweit das Relikt aus dem Kalten Krieg auch in Zukunft der Öffentlichkeit zugänglich sein wird, steht bis zum jetzigen Zeitpunkt noch in den Sternen. „Wir führen dazu immer noch Gespräche mit verschiedenen Stellen“, erklärte Jörg Diester von den „Bunker-Dokumentationsstätten“ gegenüber der Rhein-Zeitung. Der Verein kann sich immerhin eine Dokumentationsstätte ähnlich der bei Bad Neuenahr-Ahrweiler vorstellen, die, wenn alles klappt, im Februar 2011 eröffnet werden soll. Der Erfolg des vergangenen Wochenendes scheint ihm da recht zu geben.

Weitere Hintergründe zur Geschichte der Bunkeranlagen: www.bunker-doku.de/
 

Christine Richter


Datum: 18.10.2010
Den Inhalt beschreibende Stichwörter:

Bundesbank, Bunker, Kalter Krieg, Cochem

 
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