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Kennedy, der Raumfahrt-Skeptiker?


Die Rede des US-Präsidenten Kennedy am 25. Mai 1961, in der er das Ziel vorgab, „bis zum Ende des Jahrzehnts einen Menschen auf den Mond zu schicken“, gilt als eine der großen visionären Anstöße der jüngeren Geschichte. Neu veröffentlichte Quellen belegen jedoch, dass der Präsident massive Zweifel an der Machbarkeit und am Sinn des Unternehmens hegte.



Die John F. Kennedy Presidential Library veröffentlichte jetzt Dokumente über die Gespräche, die Kennedy 1961 und 1963 mit James Webb, dem politischen Projektleiter, führte. Mehrfach fragte Kennedy den NASA-Chef im ersten Jahr des Projekts, ob die angestrebte Mondlandung wirklich eine gute Idee sei und  Aufwand und Ergebnis in einem vernünftigen Verhältnis zueinander ständen. Wörtlich erklärte der Präsident. „Das meiste, was die Wissenschaft erforschen möchte, kann sie auch mit unbemannten Geräten herausfinden. Einen Menschen auf den Mond zu setzen, ist ein Werbegag und nicht so viele Milliarden wert.“
Webb argumentierte dagegen mit der Konkurrenzsituation zur UdSSR, dass man dieser nicht einen weiteren spektakulären Erfolg überlassen dürfe. Außerdem könne die Weltraumfahrt wichtige wirtschaftliche Anstöße geben. Gleichzeitig wuchs aber die Sorge des NASA-Chefs, dass dem Projekt nicht ausreichende Mittel zur Verfügung gestellt würden. Zwei Monate vor seiner Ermordung erklärte Kennedy jedoch: „Dieses Programm kann sich auszahlen. Es ist wie so oft, wenn man sich auf halbem Weg befindet: Jeder fragt sich 'Warum, zum Teufel, machen wir diese Reise`, doch am Ende sind alle froh, durchgehalten zu haben.“

Datum: 27.5.2011
Den Inhalt beschreibende Stichwörter:

John F. Kennedy, NASA, Mondprogramm, James Webb

 
 
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