Kommunismusverdacht: Marie Curies Tochter vom britischen Geheimdienst ausspioniert
Kürzlich veröffentlichte Akten des britischen Inlandsgeheimdienstes belegen, dass der MI5 Irene Joliot-Curie und ihren Ehemann Frederic ausspionierte. Britische Agenten legten eine beachtliche Akte des Ehepaars an, das selbst nie in Großbritannien lebte.
Bisher geheime Dokumente, die nun vom britischen Nationalarchiv veröffentlicht wurden, zeugen von Untersuchungen des britischen Inlandsgeheimdienstes gegen Irene Joliot-Curie und ihrem Ehemann Frederic. Irene war die Tochter von Pierre und Marie Curie, beide Pioniere auf dem Gebiet der Radioaktivitätsforschung. Sie selbst wurde wie ihr Mann Frederic eine angesehene Wissenschaftlerin und Nobelpreisträgerin. Der MI5, der Informationen zu den beiden sammelte, sollte sie als Kommunisten entlarven.
Der Geheimdienst-Akte zufolge organisierte Frederic 1937 die Bewaffnung für die Spanische Regierung während des Bürgerkriegs, bevor er 1944 der französischen kommunistischen Partei beitrat. Irene sei bereits 1938 Mitglied eines kommunistischen Antikriegskomitees in Frankreich gewesen. Später war Frederic dann Chef des französischen Atomprogramms, bis er 1950 nach seiner Rede vor dem Parteitag der kommunistischen Partei entlassen wurde. Irene sei im folgenden Jahr vom Atomprogramm ausgeschlossen worden. Das Paar wurde 1935 mit dem Nobelpreis für Chemie für ihre gemeinsame Arbeit an der Entdeckung der Neutronen ausgezeichnet.
Die MI5-Akten haben in den vergangenen Tagen für großes mediales Aufsehen gesorgt. Unter anderem stand der britische Journalist und Historiker Basil Risbridger unter Beobachtung des Geheimdienstes. Der angesehene Schriftsteller wurde als kommunistischer Sympathisant eingestuft. Ein Mitglied der kommunistischen Partei soll er aber nicht gewesen sein.
Bespitzelt wurde außerdem die Filmikone Charlie Chaplin, über dessen Geburtsort auch der britische Inlandsgeheimdienst keine Informationen finden konnte. Bisher wurde angekommen, dass Chaplin in Südlondon geboren wurde. Der nun veröffentlichten Geheimdienstakte zufolge gibt es dafür aber keine Belege. Neben seinem Geburtstort versuchten Agenten ihn ebenfalls auf Verbindungen zu kommunistischen Kreisen zu durchleuchten.
Marina Präger
Datum: 24.2.2012
Den Inhalt beschreibende Stichwörter:
MI5, Geheimdienst, Curie, Charlie Chaplin
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