Marschall Pétain als Judenjäger belastet
Bei aller Kritik an seiner allzu bereitwilligen Kollaboration mit den deutschen Besatzern wurde dem Staatsoberhaupt des "Französischen Staats", Marschall Philippe Pétain, zugute gehalten, dass er nur zögerlich der Verfolgung von Juden zugestimmt habe. Ein neu entdecktes Dokument stellt dieses Bild nun in Frage.
Dem Pariser "Memorial de la Shoa" wurde von anonymer Seite ein Entwurf des ersten judenfeindlichen Edikts des Vichy-Regimes überlassen, auf dem handschriftlichen Notizen Pétains zu finden sind. Mit diesen Notizen wurden die Ausnahmen von der Diskriminierung für solche Juden gestrichen, die in Frankreich geboren waren. Der Ausschluss von Juden vom Wahlrecht und einer ganzen Reihe von Berufen wurde damit allgemein.
Serge Klarsfeld, der bekannte Anwalt und Verfolger von Verbrechen an Juden, hat bestätigt, dass die Notizen von Pétain stammen. Dessen Ruf, eigentlich kein Antisemit gewesen zu sein, müsste danach neu überprüft werden, wie auch der Anspruch von Apologeten des Vichy-Regimes, dass dessen Judenfeindschaft durch die Deutschen aufgezwungen war.
Datum: 13.10.2010 Den Inhalt beschreibende Stichwörter:
Pétain, Vichy-Regime, Judenverfolgung, Serge Klarsfeld
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