Nazi-Vorwürfe gegen schwedisches Königshaus abgewendet?
Das Chaos begann Ende letzten Jahres als in ein Dokumentarfilm darüber berichtete, dass Walther Sommerlath, Vater der heutigen Königin von Schweden, Silvia, im Jahr 1938 eine Fabrik von einem Juden übernommen und somit diesen enteignet hatte. Ihm wurden schwere Vorwürfe bezüglich nationalsozialistischer Aktivitäten gemacht, die erst jetzt nach mühseliger Archivarbeit scheinbar widerlegt werden konnten.
Walther Sommerlath, geborener Deutscher und 1920 nach Brasilien ausgewandert, war 1934 der Auslandsorganisation der NSDAP beigetreten – eine Tatsache, die er sein Leben lang verschwiegen hat und die erst nach seinem Tod bekannt wurde. Seine Tochter Silvia hielt immer an der Meinung fest, dass ihr Vater nie in der Partei aktiv gewesen sei.
Nun machte sich die Königin von Schweden selbst auf die Suche nach Beweismaterial für die Unschuld ihres Vaters und reiste dafür sogar nach Brasilien, um in den Archiven zu recherchieren. Am vergangenen Dienstag wurde der Untersuchungsbericht veröffentlicht. Dieser scheint die Vorwürfe gegen Sommerlath zu widerlegen: Er habe zwar wirklich die Fabrik übernommen, allerdings habe der jüdische Vorbesitzer im Gegenzug eine Kaffeeplantage in Brasilien bekommen. Sommerlath habe im Gegensatz zu den Vorwürfen sogar einer jüdischen Familie zur Flucht aus Deutschland verholfen.
Julia Rienäcker
Datum: 18.4.2011
Den Inhalt beschreibende Stichwörter:
Schweden, Walter Sommerlath, Königin Silvia, NSDAP, Archiv
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