Österreichischer Starwissenschaftlter war Atom-Spion des KGB
Engelbert Broda (1910–1983) war einer der angesehensten Naturwissenschaftler Österreichs und wurde in einem Ehrengrab in Wien beigesetzt. Eine neue Biografie seines Sohnes bestätigt nun einen lang gehegten Verdacht: Broda verriet das britische Atomwaffenprogramm an Moskau.
Als Neffe des links eingestellten Filmregisseurs G. W. Pabst schloss sich Broda früh der Kommunistischen Partei Österreichs an. Aufgrund seiner brillianten Forschungsarbeiten wurde er nach seiner Flucht vor den Nazis nach Großbritannien dennoch in das Atomwaffenprogramm der Briten und Amerikaner aufgenommen. In den 1940er Jahren verriet er daraus wichtige Informationen, die den Sowjets ihre eigene Atomwaffenproduktion erlaubten. Broda handelte aus Überzeugung, zunächst um den Sowjets gegen Hitler zu helfen, danach um ein strategisches Gleichgewicht herzustellen. Im Gegensatz zu seinem Mit-Spion Alan Nunn May wurde Broda aber nie überführt und angeklagt und kehrte 1950 nach Österreich zurück – wenn auch unter Bespitzelung durch westliche Geheimdienste.
Dort machte er sich einen Namen als Erforscher biogenetischer Prozesse und als Wissenschaftshistoriker. Er war auch als Friedens- und Umweltaktivist tätig, protestierte gegen den geplanten Bau von Kernkraftwerken und war Mitglied der Pugwash-Konferenz, welche die Abschaffung aller Atomwaffen forderte. Die Details dieser bewegten Karriere und vor allem der Verwicklungen der Geheimndienste hat nun der in Großbritannien als Professor tätige Sohn Paul Broda aus Privataufzeichnungen und Akten rekonstruiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Datum: 27.4.2011
Den Inhalt beschreibende Stichwörter:
Broda, Atomspion, Österreich, KGB
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