US-Militär schickt Offiziere nach Auschwitz
Das Ziel der Maßnahme: Künftige Führungskräfte sollen Völkermorde erkennen und verhindern.
Über eine Millionen Menschen verloren an diesem Ort ihr Leben, heute ist er ein Mahnmal der dunkelsten Episode der Geschichte. Diesen Umstand macht sich Fred Schwartz zu Nutze, Leiter des Auschwitz Instituts und Initiator des ganz besonderen Projekts. Er hat ein in seinen Augen maßgebliches Problem in der gegenwärtigen militärischen Ausbildung herausgearbeitet: Während in den vergangenen Jahrtausenden Kriege auf konventionelle Art und Weise ausgefochten wurden, sähen sich die Soldaten des 21. Jahrhunderts mit einer ganz anderen Konfliktform konfrontiert.
Die Auseinandersetzungen in Bosnien, Ruanda und Somalia hätten gezeigt, in welch geringem Maße die Streitkräfte auf die begangenen Völkermorde vorbereitet gewesen wären. Zwar ließe sich der Genozid kaum als neuartig bezeichnen, doch hätte sich die Rolle des Militärs gewandelt, das viele Amerikaner inzwischen als Weltpolizei betrachteten. Aus diesem Grund hat Schwartz einen Kurs eingerichtet, der es den teilnehmenden Offizieren ermöglichen soll, zukünftig adäquat auf derartige Situationen reagieren zu können. Binnen einer Woche erhalten sie Einblick in die Thematik, die wohl an keinem zweiten Ort eindringlicher vermittelt werden könnte.
Fabian Talkenberg
Datum: 15.11.2010 Den Inhalt beschreibende Stichwörter:
Auschwitz, Genozid, Holocaust, Konzentrationslager, Militär, Völkermord
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