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Vor 25 Jahren: Gefälschte Hitler-Tagebücher


Es sollte die journalistische Sensation des Jahrhunderts werden und endete in einer beispiellosen Blamage: Vor 25 Jahren präsentierte der „Stern“ die angeblichen Tagebücher Adolf Hitlers. Mit der Aufarbeitung der Fälschung wurde im Anschluss der „Stern“-Redakteur Michael Seufert beauftragt. Das Ergebnis seiner Recherchen liegt jetzt in Buchform vor.

Der Skandal um die gefälschten Hitler-Tagebücher gilt als der größte Presseskandal der Bundesrepublik.

In seiner Ausgabe vom  25. April 1983 erklärte der „Stern“, Adolf Hitlers private Tagebücher befänden sich in seinem Besitz. Die Biografie des Diktators und die Geschichte des Dritten Reiches müsse in großen Teilen neu geschrieben werden.

Mehr als neun Millionen D-Mark hatte die Illustrierte für sechzig handgeschriebene Bände voller Banalitäten gezahlt. Die Tagebücher waren verziert mit Kordel, Hakenkreuz und den merkwürdigen Initialen FH.
Die Bücher, deren Echtheit deutsche Historiker von Anfang an in Zweifel zogen, wurden bald als Fälschung des Militaria-Händlers Konrad Kujau enttarnt.

Schon im Mai ergaben Untersuchungen des Bundesarchivs, des Bundeskriminalamts und des Bundesamtes für Materialprüfung, dass ganze Passagen aus einer längst veröffentlichten Sammlung von Hitler-Reden abgeschrieben wurden. Einbände, Papier und Klebstoffe enthielten zum Teil Materialien, die vor 1955 gar nicht auf dem Markt waren.

Der Stern verlor wegen der peinlichen Geschichte an Auflage und Ansehen. Der Fälscher Kujau und der Stern-Reporter Heidemann wurden jeder zu mehr als vier Jahren Haft verurteilt, den „Stern“-Verantwortlichen sprach das Gericht aber erhebliche Mitschuld zu. Zumindest ein Teil der über neun Millionen DM blieb bis heute verschwunden.

25 Jahre nach der Affäre um die gefälschten Hitler-Tagebücher lebt der damalige Star-Reporter Gerd Heidemann von der Sozialhilfe in einer bescheidenen Zweizimmerwohnung in Hamburg-Altona und hat 700 000 Euro Schulden.

Michael Seufert war von 1979 bis 1997 beim „Stern“, zuletzt als stellvertretender Chefredakteur. Er hat das Fiasko damals für den Stern-Chefredakteur Henri Nannen aufgearbeitet und nun 25 Jahre später veröffentlicht.

Datum: 23.04.2008
Den Inhalt beschreibende Stichwörter:

Zweiter Weltkrieg, Adolf Hitlers private Tagebücher, größter Presseskandal der BRD

 
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